26.01.2012 Erding
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Interview mit dem Erdinger Prinzenpaar

Zwei Herzen im Dreivierteltakt

Prinzessin Verena I. vom Fashion Palast und Prinz Siegfried I. von den edlen Wasserrittern.
Foto: Narrhalla
Ihren Einstand – den Gala-Ball haben sie gut hinter sich gebracht, doch vor Prinzessin Verena I. vom Fashion Palast und Prinz Siegfried I. von den edlen Wasserrittern liegen noch zahlreiche Bälle, Tänze – und natürlich das Wochenblatt-Interview. Letzteres haben sie souverän und gut gelaunt gemeistert.

Prinzessin Verena, was bringt eine attraktive junge Frau dazu, die Rolle der obersten Närrin zu übernehmen? 

Ein Mann, der sie darum bittet. Er hat übers ganze Gesicht gestrahlt und es war ihm anzusehen, dass er es sehr gerne machen würde. 
 
Haben Sie die Entscheidung bisher schon bereut?
Nein, noch gar nicht. Es sind zwar ein paar Momente, wo man müde wird und sich denkt „Puh...“ aber zu 99,99 Prozent macht es Spaß.
 
Was ist das Schöne daran, Prinzessin zu sein?
Es gibt vieles, aber das was es am einfachsten beschreibt: Welche Frau ist nicht gerne mal über acht Wochen lang Prinzessin und trägt die ganze Zeit völlig pompöse Kleider, über die sonst wahrscheinlich nur jeder lachen würde, wird den ganzen Abend hofiert,… Also das ganze Paket ist einfach schön. 
 
Apropos Kleider, wieviel Mitspracherecht hatten Sie bei derAuswahl?
Ich habe alle selbst gekauft. Dadurch dass unsere großen Bälle Schwarz Weiß-Bälle  sind, ist  es fraglich ob man da ein schwarzes oder weißes Kleid anziehen will, aber sonst hat keiner  irgendwie dreingeredet.
 
Worauf haben Sie besonderen Wert gelegt?
Dass es der Sissy-Stil ist.
 
Was haben Sie am Prinzessin-Sein unterschätzt?
Wie anstrengend es sein kann, länger zu tanzen, gleichzeitig völlig entspannt dabei auszusehen und in jede Kamera zu lachen. 
 
Ihr Prinz ist ja zugleich Ihr Ehemann. Wofür werden Sie im Fasching unter Umständen von ihm einen rügenden Blick kassieren?
Wenn ich ihn nach dem Tanz schimpfe, dass er falsche Schritte gemacht hat.
 
Und in welchen Situationen werden Sie ihn besonders genau beobachten?
Nach einer gewissen Zeit, wenn er sich zu viel dem anderen, weiblichen Publikum zuwendet  – aber er hat da eigentlich ein großes Pensum an dem, was er so darf –  oder wenn ich das Gefühl habe, er nimmt zu viele spendierte Schnapserl an.
 
Was mögen Sie an Ihrem Prinzen besonders?
Dass er mein Ehemann ist. Das würde ich mir sehr schwierig vorstellen, wenn es nicht mein Ehemann ist, vielleicht auch, weil ich das von der Persönlichkeit her so brauche. Ansonsten mag ich an ihm am meisten: Er ist ein wahnsinnig aufgeschlossener Mensch, ein perfekter Gastgeber und er geht richtig auf in seiner Prinzenrolle. Man merkt, er könnte das jetzt das ganze Jahr lang machen.  
 
Sie wollen nicht ein ganzes Jahr lang Prinzessin sein?
Nein, das ist irgendwann zeitlich zu intensiv.
 
Was ist Ihr ganz persönlicher Wunsch ans faschingsfreudige Volk?
Dass sie weiterhin die Bälle so gut besuchen, dass die Stimmung so gut bleibt auf den Bällen, das hat würde mich sehr freuen. Ich komme aus München und da ist der Fasching ein bisschen sehr alkohollastig und das Gefühl habe ich hier gar nicht. Es war wirklich Feierlaune, gute Stimmung, es ist niemand irgendwie unangenehm aufgefallen, es waren festliche schöne Bälle und so sollte das auch bleiben. 
 
 
Prinz Siegfried, warum sind Sie Faschingsprinz geworden?
Fasching hat mich eigentlich nicht so interessiert. Deshalb  wurde ich auch überrascht von der Frage. Mich hat es jedoch gereizt, weil es schon eine Ehre ist. Und nachdem der Fasching bei uns doch ein bisschen anders ist, habe ich mir gedacht: Das könnte ich mir vorstellen. Es war aber an die Tatsache geknüpft, dass meine Frau auch mitmacht. Die hat anfangs mir zuliebe mitgemacht, mittlerweile gefällt es ihr aber auch sehr gut.
 
Worauf freuen Sie sich schon besonders?
Auf den Prinzenball, den Kinderfasching – der sicherlich ein Highlight werden wird – und auf die Seniorenheime und Kindergärten, wo wir auch noch hingehen. Und dann noch auf den Unsinnigen Donnerstag- und Rosenmontags-Ball, wo wir verkleidet hingehen. Verena hat schon ein Kostüm, ich noch nicht.
 
Ist es Ihrer Meinung nach im Fasching einfacher, Hasen aufzureißen?
Ja, ich denke dass die Leute generell mehr in Feierlaune sind und auch alle Spaß haben wollen und dann ist da noch vielleicht – wenn maskierte Bälle sind – der Reiz des Geheimnisvollen dabei. Ich denke schon, dass das eine Kontaktbörse sein kann.  
 
Wie trinkfest muss ein Faschingsprinz sein?
Es gibt jetzt nichts, wo man sagt, da muss man trinken. Genauso kann man auch alkoholfreie Getränke trinken. Natürlich konsumiert man auch Alkohol, logisch. Wie viel man trinkt, bleibt jedem selbst überlassen. 
 
Wird man viel eingeladen?
Ja, eigentlich schon. Das ist ja auch nett. Beim Gala-Ball wäre ich auf ungefähr  22 Schnäpse eingeladen worden. Da muss man aber dann sagen, das geht  nicht, wir haben ja schließlich auch die Gastgeber-Rolle. Aber dafür hat jeder Verständnis, denn ich glaube, dass niemand einen Prinzen sehen will, der um 21 Uhr lallend durch die Gegend schwankt. 
 
Was ist Ihr Lieblingsgetränk?
Ich mag Bier, denn ich bin ursprünglich Bierbrauer von Beruf, trinke aber auch gerne Cuba Libre. 
 
Ihre Prinzessin ist ja zugleich Ihre Ehefrau. Wofür werden Sie im Fasching unter Umständen von Ihr einen rügenden Blick kassieren?
Wenn ich mich intensiver mit anderen Mädchen unterhalte oder einen versehentlich über den Durst trinke. Bereits einen rügenden Blick habe ich bekommen beim Tanzen, wenn ich einen falschen Schritt mache. Das kann sie gar nicht haben.
 
Ihr ganz persönlicher Wunsch ans faschingsfreudige Volk?
Dass sie vorbeikommen und mit uns feiern. Es zeichnet sich ab, dass es ein ganz toller und witziger Fasching wird – für alle ganz schön.  Und dass vielleicht auch mal Leute kommen, die bisher – wie wir – wenig mit dem Fasching anfangen können. Man nimmt das Leben manchmal zu ernst, man sollte es öfter mal lockerer sehen. Und dazu ist die Faschingszeit ganz gut. 


Autor: Birgit Reinbacher

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