Wochenblatt
18.02.2013 Erding

Der Lapradoodle wirkt beruhigend und motivierend

Wau! Therapiehund Gustl coacht psychisch Kranke

Labradoodle Gustl
Foto: ue
Die Tagesstätte Prisma in Erding darf sich einmal im Monat über tierischen Besuch freuen. Dann sorgt der sympathische Vierbeiner Gustl allein mit seiner Anwesenheit für eine positive Stimmung. Der gutmütige Therapiehund Gustl fühlt sich in der Gemeinschaft tatsächlich pudelwohl. 1989 begann in Australien Wally Conron die Hunderasse Labrador und Großpudel miteinander zu kreuzen, um für Allergiker geeignete Hunde entstehen zu lassen. Diese entstandene Rasse wurde Labradoodle bezeichnet.

Der Planung dieser Rasse sind viele Gedanken voraus gegangen. Man wollte Blinden mit Allergien einen Führhund zu kommen lassen. Gefragt war die Eigenschaft der „Pudelwolle“, die nicht ausfällt und die Führigkeit des Labradors. Die Hunde bieten eine breite Farbpalette.
Anders als in Amerika und Australien ist der Labradoodle noch keine zugelassene Hunderasse. Aus diesem Grund werden die Labradoodle zu den Designerhunden gezählt. Besonders geeignet ist der Labradoodle als Anfängerhund, da er leicht zu erziehen ist, Menschenanschluss sucht und gerne viel Zeit in der freien Natur verbringt. Das knuffige Tier mit dem schelmischen Hundeblick muss man einfach gern haben.
Nachbarschaftshilfe einmal anders
Die in der Erdinger Nachbarschaftshilfe aktive Hundebesitzerin Ingrid Eder hat mit ihrem Gustl eine Therapiehunde- und Begleithundeausbildung erfolgreich absolviert. Außerdem hat sie eine Schulung in Hundepsychologie hinter sich und weiß genau, wie ihr Gustl tickt. Sie erkennt, wann er gestresst ist und wann das Faultier in ihm zum Vorschein kommt. Manchmal braucht natürlich auch Gustl einfach einmal ein Schlummerstündchen und eine verdiente Auszeit in seiner Lieblingsecke – natürlich ganz in der Nähe seines Frauchens Ingrid Eder. Man spürt, Gustl und Ingrid Eder sind ein Team, das sich wortlos versteht.
Gustl wird im März zwei Jahre und ist die kuschelige Attraktion jeden Kaffee-Nachmittags in der Caritas Tagesstätte Prisma. Der Jungspund wirkt beruhigend auf Menschen mit Angststörungen und motivierend auf Depressive. Die seelisch Kranken werden dank Gustl zur Kommunikation angeregt. Sogar als Blutdrucksenker ist Gustl im therapeutischen Einsatz. Dabei ist Gustl einfach nur da und weiß, dass er gebraucht wird. Gustl bringt auch etwas mehr Licht in das Leben von Demenz-Kranken. Mit Gustls Hilfe können die Senioren ihre Feinmotorik verbessern. Zum spielerischen Training gehört es, Sachen zu verpacken für Gustl. Der intelligente Gustl mit der schnellen Auffassungsgabe lernt zurzeit in der Hundeschule Socken und Jacken auszuziehen.
Star der         
Kindergruppe
Bereits mit zwölf Wochen hat Gustl die Kindergruppe in Erding bereichert. Hier ist er ebenfalls einmal im Monat gefragter Gast. Die Kinder verlieren die Angst und Gustl fördert so ganz nebenbei die Empathie. Die Youngsters lernen, mit Gustl Rücksicht zu nehmen. Ingrid Eder schmunzelt. „Wenn ein Bobbycar-Rennen stattfindet, weisen sich die Kids gegenseitig darauf hin, dass Gustl nicht gefährdet werden darf durch ihre Raserei.“ Das Wohlbefinden ihres Vierbeiners ist ihnen heilig.

Autor: ue