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04.09.2012 Erding

Die Wasserwacht Erding und ihre Besonderheiten

Tag und Nacht im Einsatz


Mittwoch, 20. Juni, 19 Uhr: Passanten finden nach einem Unwetter über Erding zurückgelassene Badesachen am Kronthaler Weiher. Von dessen Besitzer weit und breit keine Spur.

Ein Notruf wird abgesetzt und kurze darauf suchen  Wasserwacht, Feuerwehr und ein Polizeihubschrauber den See akribisch nach der vermissten Person ab. Noch während die Aktion läuft, kann diese von der Polizei ermittelt und wohlbehalten zuhause angetroffen werden. Ein angetrunkener junger Mann, der seine Badesachen am See vergessen hatte.

 
Geht unter 110 oder 112 ein Notruf ein, mobilisieren die angeforderten Rettungskräfte in Windeseile ihren Einsatz.  „Es kann gar nicht früh genug um Unterstützung angefragt werden“,  betont Siegfried Ippisch, Vorsitzender der Wasserwacht Erding. „Die Chance, erfolgreich Hilfe leisten zu können, wächst mit jeder Sekunde und Minute, die wir eher vor Ort sein können.“  Oft geht eine Rettungsaktion glücklich aus, doch nicht immer. Eine nicht zu unterschätzende Belastung, die ein Zentralthema in der gemeinsamen Nachbesprechung der beteiligten Rettungskräfte ist und die es aufzuarbeiten gilt. Deshalb gilt es allemal als glücklicher Umstand, wenn sich ein abgesetzter Notruf später mit einem harmlosen Ausgang -wie oben beschrieben-  präsentiert
 
An solchen Einsätzen sind hochqualifizierte Wasserrettungskräfte beteiligt, die zahlreiche Ausbildungsstufen durchlaufen haben, um professionell Menschenleben  retten zu können.  Der Grundstock ist die Beherrschung der Ersten Hilfe aus dem ff. Dem folgen die Rettungsschwimmer Abzeichen in Bronze, Gold und Silber.  Merkmale eines Rettungsschwimmers sind dessen Ausdauer, Schnelligkeit und die Beherrschung zahlreicher Befreiungsgriffe, um  selbst bei der Rettung außer Gefahr zu bleiben. Erst dann ist es möglich, zum aktiven Wachdienst am Kronthaler Weiher oder im Schwimmbad eingesetzt zu werden. Und auch erst dann kann die nächste Ausbildungsstufe zum Wasserretter angegangen werden. 
 
Der erfolgreiche Abschluss befähigt zur  Crashrettung von Personen in Badeseen vom Boot oder Hubschrauber aus, zur Eisrettung und auch zur Rettung aus Fließgewässern. Eine Ausbildung zum Rettungs- und Bergungstaucher dauert ganze zwei Jahre und qualifiziert zur Rettung von Personen und zur Bergung von Fahrzeugen aus dem Wasser. Im Kronthaler Weiher können die Wasserwachttaucher oft genug nur 30 cm weit sehen. Ähnlich verhält es sich in vielen anderen Gewässern. Aus Sicherheitsgründen darf der Rettungstaucher deshalb nur an einer Signalleine unter Wasser gehen und kann so mit einem ausgebildeten Signalmann über festgelegte Signalzeichen in den Gewässern kommunizieren.
 
Damit  nicht genug.  Die Erdinger Wasserwacht bietet auch Anfängerschwimmkurse für Kinder ab sechs Jahren, Jugendliche und Erwachsene an. Der Erweiterungsbau des Hallenschwimmbades durch die Stadt Erding wird sehr dankbar aufgenommen. Denn, so Siegi Ippisch: „Künftig können ganzjährig Schwimmkurse für Kinder und Jugendliche aller Altersklassen angeboten werden und auch die Kleinen können schon mitmachen, weil die Wassertiefe über einen Hubboden variiert werden kann“.
 
Dennoch: trotz Fördergelder, einem obligatorischen Mitgliedsbeitrag, Spenden und dem hohen Engagement der ehrenamtlich Aktiven in deren Freizeit, wären die umfangreichen Dienstleistungen der Wasserwacht in dem heutigen Rahmen nicht möglich. Und so haben  sich dort kreative Köpfe Aktivitäten zur Eigenfinanzierung ausgedacht, die den Erdinger Veranstaltungskalender regelmäßig bereichern. Dazu gehören das Neujahres-Fackelschwimmen in der Sempt,  das Dreikönigsschwimmen in Kooperation mit Trisport Erding e.V.,   der Mondscheinlauf auf dem zugefrorenen Kronthaler Weiher und natürlich auch die beliebte WeiherFeia samt Wasserwachtpartner Weißbräu.
 
Da bleibt nur noch ein großes „Danke“ zu sagen an die Wasserwacht Erding und auch an alle  engagierten, ehrenamtlichen Helfer und Mitarbeiter aller Organisationen in und um Erding … und den Worten von Siegi Ippisch vorbehaltlos zuzustimmen: „Gemeinsam sind wir stark!“
Autor: Claudia Kruppa

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