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11.06.2012 Erding

Provokationen und Aggressionen

Randale trotz Deutschland-Sieg

Faust
Foto: Jürgen Unterhauser
In der Nacht von Samstag auf Sonntag kam es zu mehreren Polizeieinsätzen aufgrund alkoholisierter Fußballfans.

In Erding war es unmittelbar nach dem Deutschlandspiel zu einem Fanaufkommen in der Innenstadt gekommen. Ca. 50 Autos bildeten im Innenstadtbereich einen Autokorso und ca. 100 weitere Fans versammelten sich am Schrannenplatz, um den Sieg im ersten Vorrundenspiel der EM zu feiern.

 
Aufgrund der deutlichen Alkoholisierung der auf dem Schrannenplatz befindlichen Fußballfans kam es hier zwar nicht zu größeren Ausschreitungen, jedoch waren insgesamt fünf Polizeistreifen im Einsatz ,um die immer wieder auf die Straße laufenden und vor die Autos springenden Fans zu beruhigen und größere Gefahren für alle Beteiligten abzuwehren. Mit dem positiven Ausgang des Fußballspiels hatte die aggressive Grundstimmung einiger Fußballfans hier wenig gemein.
 
Es kam immer wieder zu Provokationen gegenüber den eingesetzten Polizeistreifen. Im Allgemeinen entstand der Eindruck, dass das Fanaufkommen nicht mit dem viel zitierten Sommermärchen bei der Fußball-WM in Deutschland und der damals allseits herrschenden positiven Stimmung vergleichbar war. Vielmehr werden diese Anlässe immer häufiger dazu genutzt, um zu provozieren und Unfrieden zu stiften. 
 
Letztlich wurde der Autokorso nach ca. 45 Minuten beendet, was auch zu einer Abwanderung der Fans auf dem Schrannenplatz führte. 
 
Aus polizeilicher Sicht ist diese Entwicklung nicht zu begrüßen. Gegen ein friedliches Feiern bestehen keinerlei Einwände. Sollte jedoch bei einigen wenigen sog. Fans der Eindruck entstanden sein, dass es sich bei solchen Feierlichkeiten um einen rechtsfreien Raum handeln würde, so kann nur verdeutlicht werden, dass dies letztlich zu Lasten der friedlich feiernden Fans fällt, da dies auf Dauer dazu führen wird, dass solche spontanen Feiern in Zukunft unterbunden werden, was weder im Sinne der Fans, noch im Sinne der Einsatzkräfte ist.
 
Im weiteren Verlauf des Abends kam es zu zwei weiteren gewalttätgen Aktionen von alkoholisierten Fußballfans.
Anlässlich eines Einsatzes des Rettungsdienstes musste in Moosinning eine Polizeistreife zur Unterstützung gerufen werden, weil ein 20-jähriger Fahrradfahrer aus Moosinning deutlich alkoholisiert von einer PublicViewing-Veranstaltung nach Hause gefahren, dabei gestürzt war und sich nicht behandeln lassen wollte.
 
Auch die Streifenbesatzung konnte ihn nicht beruhigen, vielmehr beschimpfte der Verletzte die eingesetzten Beamten. Aufgrund des aggressiven Verhaltens musste dieser letztlich sogar gefesselt werden. Bei dieser Fesselung setzte er sich gegen die Maßnahme zur Wehr und verletzte hierbei zwei Beamte leicht. Trotz allen Widerstandes wurde der Fahrradfahrer bei der PI Erding über Nacht in Gewahrsam genommen. Gegen ihn werden nun Ermittlungen wegen Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte, Körperverletzung, Beleidigung und Trunkenheit im Verkehr geführt.
 
Ebenso endete eine Streitigkeit in Wartenberg. Hier waren zwei betrunkene Fußballfans in Streit geraten welcher durch die Polizei geschlichtet werden sollte. Einer der beiden Streithähne, 19-jähriger Hausmeisterhelfer aus dem Gemeindebereich Bockhorn, war mit den getroffenen Maßnahmen ebenfalls nicht einverstanden und schlug weiterhin um sich. Auch er musste gefesselt in die Hafträume der PI Erding verbracht werden. Bei dem Einschreiten wurden drei Beamte verletzt und mussten kurzfristig im Krankenhaus behandelt werden. Auch gegen diesen Fan wird nun eine Anzeige vorgelegt.
Autor: we/bi

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