Wochenblatt
27.01.2016 Flughafen München

Polizei stellt dreisten Pakistani

In Spanien arbeiten, in Deutschland Asyl beantragen

Passkontrolle Flughafen München Bundespolizei Asyl
Foto: Bundespolizei
Ein Pakistani, der seit zehn Jahren in Spanien lebt und arbeitet, hat unter falschem Namen in Deutschland Asyl beantragt. Das flog nun auf.

Der 48-Jährige kam am Abend aus Madrid im Erdinger Moos an. Bundespolizisten kontrollierten ihn. An seinem pakistanischen Reisepass und seiner spanischen Aufenthaltskarte gab es nichts auszusetzen. Allerdings hatte der Reisende noch Dokumente bei sich, die belegten, dass er im Januar 2015 unter anderen Personalien in Deutschland Asyl beantragt hatte. Auch eine Sparkassenkarte, ausgestellt auf die Aliasdaten, kam zum Vorschein.

 


Also musste der Mann seine Reise erst einmal unterbrechen und die Polizisten auf die Wache begleiten. Dort fanden die Bundesbeamten schließlich heraus, dass der Pakistani seit zehn Jahren legal in Spanien lebt und arbeitet. Er sei jetzt auf dem Weg nach Österreich gewesen, wo er einen Freund besuchen wollte.

 

Auf die Dokumente aus Deutschland angesprochen, gab er gleich zu, in München unter falschem Namen Asyl beantragt zu haben. Er habe in Pakistan mit verschiedenen Menschen Probleme gehabt und gehört, dass diese ihn auch in Spanien suchen würden. Da sei ihm die Idee gekommen, in einem anderen europäischen Land unter anderem Namen Asyl zu beantragen. So, habe er gedacht, könnten ihn seine Widersacher nicht mehr finden. Also sei er im Januar letzten Jahres nach München geflogen und habe seine Idee in die Tat umgesetzt. Vier Monate nach der Registrierung in Deutschland habe er gehört, dass seine Verfolger wohl das Interesse an ihm verloren hätten. Da sei er wieder zurück nach Spanien gegangen.

 

Den Umstand, dass die deutsche Aufenthaltsgestattung erst einen Monat nach seiner angeblichen Rückkehr ausgestellt wurde, könne er sich nicht erklären. Auch zu den Zahlungen des Ausländeramtes hatte er eine äußerst verworrene Geschichte für die Beamten parat. Er habe zwar wohl im Juni 2015 das letzte Mal Geld von der Behörde bar ausbezahlt bekommen, sei sich aber sicher, seit April nicht mehr in Deutschland gewesen zu sein. Auf das deutsche Bankkonto sei nie Geld von der Behörde geflossen. Dies könne man ja leicht mit der Bankkarte überprüfen.


Die Bundespolizisten stellten die deutschen Dokumente sicher und zeigten den 48-Jährigen wegen Betrugs an. Was die Sparkassenkarte betrifft, war der Geldautomat schneller als die Beamten. Kaum war die Karte im Automaten, blieb den Polizisten nur noch die Info "Ihre Karte wurde aus Sicherheitsgründen eingezogen!"

 


Bevor der Pakistaner dann die Wache der Bundespolizei wieder verlassen durfte, musste er allerdings noch 200 Euro aus seinem Barvermögen zur Sicherung des Strafverfahrens hinterlegen.

Autor: pm / uj

Weitere Nachrichten aus dem selben Ort: