02.02.2012 Deggendorf
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Die Zahl der Teenie-Mütter sinkt!

Selbst noch Kind und schwanger

Schwangerschaftstest Schmetterling
Wissen über Sex und Verhütung rückt immer mehr in Vordergrund – weniger jugendliche Schwangere.

Erst vor kurzem tötete in Tittling, im Landkreis Passau, eine 17-Jährige ihr erst zwei Wochen altes Baby. Ein tragisches Beispiel dafür, wie schwierig es jungendliche Mütter oftmals haben. Sie kommen mit dem Baby nicht zurecht und die fehlende Reife überfordert die Mädchen zudem noch. Damit kocht die häufig gestellte Frage über die sexuelle Reife und Aufklärung der Teenies wieder auf. Tatsächlich gibt es sehr viele Schwangerschaften und Abtreibungen bei Teenies. Trotz der hohen Zahlen ein positiver Effekt:  Die Zahl der Teenie-Mütter und Schwangerschaftabbrüche fällt weiter.


Den Großteil der Aufklärung übernimmt heutzutage die Schule, doch in ein paar Biologiestunden können nicht alle Fragen beantwortet werden, die den Jugendlichen unter den Nägeln brennen. Zumal noch die Scheu vor den Klassenkameraden hinzukommt.
So werden auch oftmals peinliche Fragen an die Eltern weitergegeben, die händeringend versuchen mit Bienen und Blumen das Ganze schonend ihren Kindern beizubringen. Und weil das ganze oft nicht reicht kommen das Internet, der Berater Dr. Sommer und ältere beziehungsweise reifere Freunde ins Spiel.

 

Letztendlich ergibt sich ein Sammelsurium über Verhütungsmittel, Stellungen und Krankheiten, die die Kinder oftmals nicht richtig einordnen können. Manche sind sehr gut informiert, manche zum Teil mäßig und teilweise auch nur unzureichend! 
Zwar wird in Bayern laut Lehrplan bereits in den fünften Klassen Sexualkunde durchgenommen, aber meistens nur Themen wie Geburt, Schwangerschaft, Pubertät und Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Die eigentlich wichtigeren Antworten über Verhütungsmittel und sexuell übertragbare Krankheiten folgen in aller Regel erst in der achten Klasse. Da sind die meisten bereits über 14 Jahre alt. Da auch in diesem Alter viele ihre ersten sexuellen Erfahrungen machen, halten sowohl Eltern als auch Pädagogen diesen Zeitpunkt für zu spät.

 

„Aufklärungsarbeit wird von uns ständig betrieben, indem wir während des ganzen Schuljahres in den 7. und/oder 8. Klassen unsere Präventionsveranstaltungen durchführen (drei bis vier Schulstunden pro Klasse) mit unterschiedlichen Themenbereichen, aber eigentlich immer mit dabei das Thema Verhütung“, erklärt Marlies Falk von der Schwangerenberatung des Landratsamtes Deggendorf. „Mit diesem Angebot sind wir fast in allen Mittelschulen und Förderzentren, sowie in einigen Realschulen und Wirtschaftsschule des Landkreises vertreten“, stellt sie fest.


Laut Statistischem Bundesamt in Wiesbaden wurden 2010 insgesamt 9082 Mädchen unter 18 Jahren schwanger. Davon ließen 4484 Mädchen das „Problem“ medizinisch beenden – damit machen die Minderjährigen 4,1 Prozent aller Schwangerschaftsabbrüche in Deutschland aus. Immerhin haben mehr als die Hälfte, 4598 Mädchen, ihr Kind 2010 ausgetragen. Das sind insgesamt 0,7 Prozent der Lebendgeborenen in Deutschland, davon waren 546 Mädchen erst 15 oder jünger. Im Jahr 2001 waren es insgesamt noch 15038 Schwangerschaften bei Minderjährigen, seitdem sank die Zahl stetig.

 

„Bundesweit gab es in den letzten Jahren keine signifikante Zunahme an Minderjährigenschwangerschaften, eher eine Stagnation beziehungsweise leichten Rückgang der Zahlen. Zurückzuführen ist das unter anderem auch auf die zielgruppengerechte Sexualaufklärung“, freut sich Marlies Falk.


Offizielle Zahlen zu Abtreibungen speziell in Deggendorf würden nicht existieren, da auch im Landkreis Deggendorf keine Abtreibungen durchgeführt werden. Auch eine komplette Statistik über Minderjährigenschwangerschaften in Deggendorf gebe es laut Landratsamt nicht.



Autor: Manuel Ebner
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