22.02.2011 Künzing
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Schnelles Internet

Funk-Web soll weiße Flecken auf der Landkarte beseitigen

LTE-Internet-Freischaltung in Künzing
Foto: Hannes Lehner
Künzing gehört zu den ersten Gemeinden, die mit neuem LTE-Internet versorgt werden

Als einer der ersten Gemeinden in Bayern wurde am Freitag unter dem Titel „Internet für alle“ die LTE-Versorgung für Künzing und Aldersbach gestartet. Zur Versorgung der rund 7500 Einwohner in dieser Region hat Vodafone die Basisstation in Forsthart für die vierte Mobilfunkgeneration fit gemacht.

 
„Wir haben in Aldersbach und Künzing mit zunächst einem Standort einen sehr großen weißen Fleck auf der Internetlandkarte in Bayern beseitigt und die beiden Gemeinden an die Datenautobahn angeschlossen“, so Christian Schilling, Seniorreferent Technik der Vodafone-Region Süd bei der Präsentation im Künzinger Rathaus. „Weitere Gemeinden in Bayern und in Deutschland folgen im Wochenrhythmus.“
 
Bis Ende März 2011 will Vodafon bundesweit 1500 Standorte mit Long Term Evolution-Technik (LTE) ausrüsten und so mehrere tausend Gemeinden mit der neuen Breitbandtechnik versorgen. Damit soll es keine weißen Flecken mehr auf der Internetlandkarte geben.
 
Vodafone versichert, mit LTE seien in bisher unterversorgten Gebieten Übertragungsgeschwindigkeiten von mindestens drei Megabit pro Sekunde und je nach Standort von bis zu 50 Megabite pro Sekunde möglich.
 
Da schnelles Internet längst zu einem wichtigen Standortfaktor geworden ist, war dementsprechend auch die Lokalpolitik im Künzinger Rathaus vertreten. Künzings Bürgermeister Bernhard Feuerecker gestand, er werden sich sicherlich über technische Details auslassen. denn davon habe er ungefähr so viel Ahnung wie von seinem Auto. Der gastgebende Rathauschef gab es somit pragmatisch: Egal, wie es geht, Hauptsache es funktioniert.
 
Aldersbachs Bürgermeister Franz Schwarz meinte, Glasfaser sei nach wie vor eminent wichtig, um eine gute Breitbandversorgung zu erreichen. Leider sei das aber nicht überall möglich. Passaus stellvertretende Landrätin Gerlinde Kaupe erinnerte daran, dass man heutzutage schon Schwierigkeiten habe, sein Haus ohne vernünftigen Internetzugang zu verkaufen.
 
Deggendorfs Landrat Peter Erl gestand, bis vor drei Jahren habe die Politik noch geglaubt, die Wirtschaft löse das Problem. Das sei nicht der Fall, weshalb nun der Staat verstärkt eingreifen müsse, um auch ländliche Gebiete mit schnellem Internet zu versorgen.
Erl mahnte, es dürfe nicht zu einer Zweiklassengesellschaft kommen, in der nur jener über ein schnelles Internet verfügt, der mehr zahlt. „Es ist wie bei einer Wasserleitung“, so Erl. Jeder solle gleich viel erhalten.
 
Der stellvertretende Landkreischef hat sich kundig gemacht und herausgefunden, dass es sich bei LTE um ein so genanntes „Shared Medium“ handelt. Im Klartext: Wenn viele gleichzeitig im Netz surfen, geht die Leistung nach unten.
Vodafon-Vertreter Martin Marks versicherte, jegliche Form von Privatkundenzugang sei shared. Bei einem langen Kupferkabel mit Schaltverteiler auf der Straße sei es deshalb im Grund nicht viel anders.
 
Die Basisstation in Forsthart hat laut Vodafone eine Gesamtkapazität von 155 Megabits. Sie ist für 1500 Kunden vorgesehen. Doch nicht alle seien gleichzeitig im Netz. Und wer im Netz ist, lädt nicht permanent etwas down.
Wenn gerade keine Internet-Aktivität stattfindet, würden die Kapazitäten dementsprechend wieder frei werden.
Laut Marx verfüge die Region mit dem LTE-Internetzugang nun über ein mindestens ebenso schnelles Internet, wie ein Großstädter. Denn: „Ein Großteil der Münchner surft mit Geschwindigkeiten zwischen drei und sechs Megabits“, so Marks.
Übrigens: Die neue Breitbandtechnik kann sofort genutzt werden. Vodafone hält auch die passende Hardware wie LTE-Surfsticks oder Router dafür bereit.
 
Weitere Infos zum neuen LTE-Internet von Vodafone gibt es unter www.vodafone.de/turbo-Internet.
 
Was ist LTE?
LTE steht für „Long Term Evolution“ und ermöglicht schnelles Internet per Funk über das Handynetz. Vodafone LTE sowie LTE anderer Anbieter wird zunächst vorwiegend dort ausgebaut, wo bisher noch kein DSL verfügbar ist. Dies war Voraussetzung dafür, dass die Mobilfunkanbieter die Fernseh-Frequenzen ersteigert konnten. Binnen nur eines Jahres sollen 1500 Orte mit Vodafone LTE erschlossen werden – zunächst im ländlichen Bereich. Im Gegensatz zur Breitband-Initiative Bayern gibt es für LTE keine Fördermittel vom Staat.


Autor: Hannes Lehner
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