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08.08.2012 Deggendorf

Volksfest 2012

Deggendorfer Volksfest weiterhin in der Kritik


Von wegen "Wir-Gefühl": Deggendorfer sind überwiegend maßlos enttäuscht vom diesjährigen Volksfest.

Viel Optimismus wurde im Vorfeld des Deggendorfer Volksfestes verbreitet. Etwas kleiner, dafür umso feiner sollte es in diesem Jahr wieder werden. Das Fest der Deggendorfer halt. Ganz scheint diese Strategie noch nicht aufgegangen zu sein. Auf der Facebook-Gruppe „Du bist a echter Deggendorfer wenn ...“ wird überwiegend kritisch über die Wiesn berichtet und mit Verbesserungsvorschlägen nicht gespart. Und auch Stadtrat Alois Schraufstetter findet: „Das Volksfest ist tot!“ Die Stadt dagegen ist mit dem Verlauf des Volksfestes zufrieden.

 
Angestoßen hat die Diskussion der Administrator der Gruppe, Christian Weiß: „Ich sehe hier viel Kritik von euch am Deggendorfer Volksfest. Aber wie würdet ihr es besser machen?“, will er von den Gruppenmitgliedern wissen. Es zeigt sich, die meisten Gruppenmitglieder haben durch die Bank meist ähnliche Vorstellungen.
 
Was so gut wie alle stört sind die horrenden Preise auf der Wiesn. Außerdem wünschen sich die Gruppenmitglieder wieder mehr Tradition und Brauchtum auf dem Volksfest. Schicki­mickizelt und Cocktails jedenfalls hätten auf der Deggendorfer Wiesn überhaupt nichts verloren.
 
Ralph Hemp findet: Zeit verkürzen, mehr Qualität bei den Fahrgeschäften, Nostalgie für kleine Volksfeste gefällt vielen, die Preise den Geldbeutel der Menschen anpassen, bisschen nach Moos schielen.
 
Auch Stefan Bauch ist gegen ein Möchtegernschickimicki-Zelt! „Hat auf einem Fest rein gar nichts zu suchen“, findet er. Außerdem müssten die Preise drastisch gesenkt werden, das heißt, die Stadt müsse mit den Standplatzkosten nach unten gehen. Und natürlich sei die Qualität des Essens wieder anzuheben. „Es muss nicht viel geändert werden. Aber was geändert werden muss, muss sich schnell und dramatisch ändern“, so Stefan Bauch.
 
„Zuerst müssen die Preise runter, eine Familie zahlt sich ja dumm und deppert“, findet auch Christian Eiglmeier. Und Florian Vaith schlägt vor, einfach wieder zu den Wurzeln zurückzukehren und nicht lauter auswärtige Wirte nach Deggendorf holen!
 
Für Sinan Greenhill steht fest: Wenn sich die Leute entscheiden können zwischen Moos, Pichelsteiner und Deggendorf, da lande eben Deggendorf auf den 3. Platz.
 
Auch Korbi Muench wünscht sich Bier aus dem Landkreis, eine nostalgische Wiesn, eine Ausstellung dazu, ein Feuerwerk ... Und vor allem Deggendorfer Spezialitäten zum Essen und Trinken anbieten.
 
Aber ob all das zum Erfolg führen wird, ist dennoch unklar. Maria Kauer meint, ein typisches Volksfest würde es ohnehin nicht mehr geben. Es sei wie eine Modenschau mit Cocktails. Und natürlich erinnern sich der Facebook-Gruppe gemäß viele noch an die frühere Zeit mit der unvergessenen Dorfschänke. Stefanie de Lima: „Am besten war es noch als wir die Dorfschänke noch hatten, und als die weg kam, wurde es von Jahr zu Jahr beschissener.“
 
Die Stadt ist dagegen mit dem Verlauf des Volksfestes zufrieden, wünschte sich aber vor allem unter der Woche mehr Besucher. Die Verantwortlichen sind aber auch selbstkritisch: „Dem Anspruch, den die Stadt an die Festwirte stellt, sind die Festwirte nicht voll gerecht geworden. Hier besteht ein dringender Bedarf an Verbesserungen“, heißt es.
 
Mit dieser Kritik stehen die Verantwortlichen bei der Stadt Deggendorfer nicht allein.
Autor: lr

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