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04.07.2012 Deggendorf

Kalorienbombe

Trend-Drink aus Asien fällt bei "Stiftung Warentest" durch


Bleibt sich gleich: 30 Stück Würfelzucker oder ein Bubble Tea.

So schnell das Modegetränk da war, könnte es auch schon wieder aus denTrinktheken verschwinden. Junge Leute lieben das bunte Modegetränk zwar, doch der Bubble Tea ist eine teure Kalorienbombe inklusive synthetischer Farbstoffe und Aromen. Von Natur so gut wie keine Spur.


Ob Kokos, Mango oder Weintraube – mit Bildern von frischen Früchten lockt zum Beispiel Boobuk, eine der getesteten Ketten, auf Flyern und preist das Getränk als „100 Prozent natürlich“ an. Doch das Fruchtige im Bubble Tea kommt so gut wie gar nicht aus der Frucht selbst. Eine Aromaanalyse von „Stiftung Warentest“ zeigt deutlich: Fruchtaromen sind kaum nachweisbar. Hauptsächlich bestehen die verschiedenen Mixgetränke aus einem synthetisch hergestellten Fantasiearoma. „Letztlich ist der ganze ,Tee’ Chemie. Konservierungsstoffe, Sirup, Geschmacksverstärker und ähnliches. Dadurch wird ein Sättigungsgefühl erzeugt, es fehlen aber alle Bestandteile die gerade junge Menschen in ihrer Entwicklung dringend brauchen: Vitamine, Mineralstoffe, Eiweise, und vieles mehr“, erzählt Paul Linsmaier, Jugendbeauftragter der Stadt Deggendorf.


Mit 50 bis 60 Gramm Zucker pro halben Liter haben drei der vier getesteten Bubble Teas im Test etwa genau so viel Zucker wie die gleiche Menge Cola, findet „Stiftung Warentest“ heraus. Der Mangomilchtee, der vierte im Test, von Boobuk kann das noch toppen: Ein Becher enthält rund 90 Gramm Zucker. Das entspricht 30 Stück Würfelzucker. „Von vielen Lehrern wird mir berichtet, dass gerade in den Mittagspausen oder nach der Schule der Bubble Tea von vielen Schülern konsumiert wird“, sagt Linsmaier.

 

Meistens würde der Tee sogar zum normalen Mittagessen getrunken. „Keiner würde aber auf die Idee kommen, nach dem Mittagessen 30 Würfelzucker als Nachspeise zu essen. Geschickt ,verpackt’ und aromatisiert schmeckt er aber vielen Jugendlichen und ist sicherlich das Sommergetränk der Kids 2012“, denkt Linsmaier. Er sehe gerade in Deutschland gerade bei den jungen Menschen ein Problem mit dem Übergewicht, von daher verstehe er die Produktion dieser Pampe zwar aus wirtschaftlichen Argumenten, aber aus gesundheitlichen im Hinblick auf den Nachwuchs sei die Produktion sehr fragwürdig. „Hinzu kommt, dass beim Einsaugen der Bubbles, die kleinen Kügelchen in die Lunge geraten können und dort aufplatzen, was sehr schnell gefährlich sein kann“, erklärt Linsmaier.


Auch der Preis für einen großen Becher des Asia-Getränks ist beachtlich. Drei bis vier Euro kosten die verschiedenen Tees. Dabei variiert der Preis durch die Anzahl der Toppings (die kleinen runden Kügelchen im Tee, die beim Draufbeissen zerplatzen).

 

„Stiftung Warentest“ kam am Ende auf dieses Ergebnis: Anders als Name und Marketingstrategie vermuten lassen, ist Bubble Tea kein natürliches Teegetränk, sondern ein künstlicher Softdrink mit synthetischen Farbstoffen und Aromen. Außerdem macht ihn der hohe Zuckergehalt zu einer echten Kalorienbombe. Wem Zucker, Farbstoffe und Aromen schlichtweg zu viel sind, kann Bubble Tea auch einfach selbst zubereiten.


Linsmaier selbst ist ebenfalls kein Fan dieser „Pampe“: „Es ist mir persönlich zu süß und pappig, aber die Geschmäcker sind bekanntlich verschieden.“

Autor: Manuel Ebner
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