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09.10.2012 Deggendorf
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Meine Welt!


Wetten, dass?

Haben Sie sich am Samstagabend auch zu den durschnittlich 13 Millionen gesellt, die ab viertel nach acht die „Wetten, dass?“-Premiere mit Markus Lanz verfolgt haben? Ich hab die Live-Sendung ja leider verpasst, weil ich auf einer wirklich wunderbaren Hochzeitsfeier zu Gast sein durfte. Trotzdem hatte ich in den vergangenen Tagen das Gefühl, die Welt der Deutschen dreht sich ausnahmsweise mal nicht um die „Euro-Rettung“, sondern hauptsächlich darum, ob dieser smarte Südtiroler Bilderbuch-Schwiegersohn jetzt das runderneuerte ZDF-Show-Schlachtschiff endgültig versenkt.

 

Die Vorschusslorbeeren waren ja nicht gerade reichlich. Vielmehr war oft von zu großen Fußstapfen und fehlenden Entertainerqualitäten die Rede. Letztere sollen zwar seit Samstag immer noch ausbaufähig sein, und trotzdem sind sich die sogenannten Experten durch die Bank einig, dass der Lanz das Ruder des in die Jahre gekommenen Show-Formats – zumindest vorerst – sehr souverän herumgerissen hat. Mal ehrlich: Hat wirklich jemand was anderes erwartet? Ein Show-Profi mit jahrelanger Erfahrung wie Lanz, das konnte doch gar nicht so richtig in die Hose gehen.

 


Aber klar, beim Neuen wird natürlich medial alles auf die Goldwaage gelegt. Ein versemmelter Gag hier, eine nervöse Zuckung da, dieser Markus Lanz könnte einem schon wirklich leid tun, wenn man mal wohlwollend außer Acht lässt, dass der Gute für seine Dienste vom ZDF sicherlich mit einem fürstlichen „Schmerzensgeld“ entlohnt wird. Dass beim Vorgänger Gottschalk auch nicht immer alles Gold war, was glänzte, scheinen so manche sowieso schon wieder vergessen zu haben. Bei platten Gottschalk-Gags war doch gegen Ende seiner gloreichen „Wetten, dass?“-Ära auch schon mehr Fremdschämen als Lachen angesagt.

 

Mit seinem Engagement beim Supertalent hat sich der einstige Showtitan sowieso selbst demontiert und auch unglaubwürdig gemacht. Zum einen muss er jetzt nach Dieter Bohlens Pfeife tanzen und zum anderen wollte er doch nach Samuel Kochs schrecklichem Unfall nichts mehr mit solch gefährlichen Aktionen zu tun haben. Letzteres scheint wohl vergessen zu sein. Beim RTL-Supertalent schaute sich Gottschalk vergangenen Samstag jedenfalls genüsslich einen Hochseil-Motorradartisten an und hätte den Kandidaten am Ende fast noch zu einer noch waghalsigeren Aktion animiert.


Apropos waghalsig: Das, was Brummi-Fahrer auf der A3 und meiner täglichen Fahrt zur Arbeit so veranstalten, ist nicht nur waghalsig sondern grenzt auch an Nötigung. Ich wette, dass Sie es nicht schaffen, den Abschnitt Deggendorf-Passau zu absolvieren, ohne dabei mindestens dreimal Opfer eines brenzligen Überholmanövers zwischen Lkws geworden zu sein. Topp, die Wette gilt!  

 

Autor: Martin Bauer