11.03.2011 Babensham/Schnaitsee

Future Water Energy sucht bei Schnaitsee nach heißem Thermalwasser

Bald neues Kraftwerk für Erdwärme?


Bei einem Ortstermin in Babensham stellte die Future Water Energy ihre Suche nach heißem Thermalwasser und die Chancen für ein mögliches neues Erdwärme-Kraftwerk in der Region vor.

Mit starken Investoren, erfahrenen Partnern und qualifizierten Dienstleistern an der Seite führt die Future Water Energy GmbH (FWE) derzeit unter Aufsicht des Bergamtes Südbayern seismische 3D-Messungen in einem 97,5 Quadratkilometer gro­ßen Aufsuchungsfeld zwischen Gars und Schnaitsee durch. Bei einem Ortstermin in Babensham zwischen Schnaitsee und Wasserburg informierten die Projektverantwortlichen am Freitag über das Messverfahren und Geothermie.

 

Die Untersu­chungen, die bis April bgeschlossen sein werden, sollen unterirdische Heißwasser­vorkommen aufspüren, die in einem Geothermiekraftwerk Strom und Wärme erzeugen könnten. Gemeinsam mit den Investoren Fröschl Geothermie GmbH und Wagner Selection Luxemburg plant das Grünwalder Unternehmen ein Kraftwerk, das die Region langfristig umweltfreundlich mit Strom und Heizenergie versorgen kann.
 

„Die politische Lage im Mittle­ren Osten zeigt mehr denn je, dass wir das Thema Energieautonomie am Wirtschaftsstand­ort Deutschland voranbringen müssen. Unsere Investitionen in eine regionale und dezentrale Erzeugung sind ein wichtiger Schritt in eine ökologisch sinnvolle und nachhaltige Zukunft“, verdeutlicht Florian Fritsch, Geschäftsführer der Fröschl Geothermie GmbH.

 

Was das für die Gemeinden bedeutet, erklärt Matthias Hiegl, Geschäftsführer der FWE: „Ein Geother­miekraftwerk würde die Region mit regenerativem Strom und Fernwärme auf Dauer von fos­silen Energiequellen unabhängig machen.“ Ein Kraftwerk kann etwa 3.500 Haushalte emissionsfrei und kostenbewusst mit Energie ver­sorgen. „Die Erfahrung und der Weitblick der unternehmerisch geprägten Investoren sind ein wichtiger Baustein, um dieses Ziel zu verwirklichen“, schildert Hiegl.

 

Die beiden Investoren, das Unternehmen Fröschl Geothermie und die Wagner Selection, haben sich auf die Finan­zierung, Entwicklung und den Bau geothermischer Kraftwerke spezialisiert. „Die Entwicklung und Verbesserung neuer Technologien zur Umwandlung von Wärme in Elektrizität birgt ein großes wirtschaftliches Potenzial, das regional Arbeitsplätze schafft und global vermarktet werden kann“, erklärt Aloyse Wagner, Chief Executive Officer der Wagner Group.

 

Auf einer Ortsbegehung wurden die Spezialisten bei der Arbeit begleitet und die vibroseismi­schen Fahrzeuge, mit denen die Untersuchungen vorgenommen werden, im Einsatz gezeigt. Diese Fahrzeuge senden Schallwellen in den Untergrund, die von den einzelnen Gesteins­schichten unterschiedlich reflektiert werden. Hochempfindliche Signalempfänger, soge­nannte Geophone, erfassen an der Oberfläche die zurückgeworfenen Impulse. Mit den ge­wonnenen Daten erhalten die Experten ein dreidimensionales Bild des Untergrunds und können bestimmen, wo sich geeignete Thermalwasservorkommen befinden. „Durch die ge­naue Kenntnis des Untergrunds erhöht sich deutlich die Wahrscheinlichkeit, erfolgreich nach heißem Wasser zu bohren“, schildert Matthias Hiegl.

 

Auch die Funktionsweise eines Geothermiekraftwerks erklärten die Spezialisten. „Das Was­ser, das bis zu 135 Grad heiß ist, wird in dem möglichen Kraftwerk an die Oberfläche geför­dert. Dort erhitzt es in einem Wärmetauscher ein niedrig siedendes Arbeitsmittel eines zwei­ten Kreislaufs“, verdeutlicht Hiegl. Dieser zweite Kreislauf treibt einen Generator an und er­zeugt Strom. In einem weiteren Wärmetauscher gibt das geförderte Wasser zudem Hitze ab, mit der ein Fernwärmenetz beschickt wird. Anschließend wird das Wasser wieder in das Thermalreservoir im Untergrund geleitet und der Kreislauf schließt sich.

Autor: Axel Effner

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