01.08.2010 Traunstein

Hohe Prominenz beim 150. Bahnjubiläum im Chiemgau

Bahn-Spitze bei ICE-Taufe in Traunstein


Als „Botschafter des Chiemgaus” macht seit Sonntag der neue ICE „Traunstein” die Urlaubsregion bundesweit bekannt. Bei der Zugtaufe gaben Verkehrsminister Dr. Peter Ramsauer der Bahn-Vorstandschef Dr. Grube und Aufsichtsratschef Prof. Felcht Unterstützung.

Besser hätte das 150. Bahnjubiläum in Traunstein wohl nicht ausfallen können: Mit viel Prominenz und bei strahlendem Sonnenschein gab es am Sonntag im wortwörtlichen Sinn einen „großen Bahnhof” in der Großen Kreisstadt. Dicht umsäumt von rund 700 Schaulustigen nahmen Verkehrsminister Dr. Peter Ramsauer zusammen mit Bahn-Vorstandschef Dr. Rüdiger Grube und Aufsichtsratschef Professor Utz-Hellmuth Felcht eine der seltenen ICE-Taufen in der Großen Kreisstadt. Seit heute macht der hochmoderne ICE-T mit Neigetechnik und dem Namen „Traunstein” als „Botschafter des Chiemgaus” die Region bundesweit und auch im Ausland bekannt. Angesichts des geschictsrächtigen Termins zeigten sich auch Landrat Hermann Steinmaßl sowie Oberbürgermeister Manfred Kösterke „hocherfreut und stolz”. Mit von der Partie bei der anschließenden ICE-Fahrt von Traunstein nach Freilassing, wo ebenfalls das 150. Bahnjubiläum gefeiert wird, waren auch die beiden Landtangsabgeordneten  Klaus Steiner und Roland Richter.

Ramsauer wies darauf hin, dass unter seiner Führung - entgegen anderslautenden Behauptungen - mit Hochdruck an der Elektrifizierung und dem mehrgleisigen Ausbau der Strecke München-Mühldorf-Freilassing gearbeitet werde. „Bei der Anlage des dritten Gleises zwischen Freilassing und Salzburg soll 2012 Baurecht geschaffen werden”. Ebenso vorangetrieben werde auch der Ausbau des Traunsteiner Bahnhofs als Voraussetzung dafür, dass hier ein moderner ICE-Halt mit Höhenangleichung geschaffen werden kann. Bis Dezember 2011 soll der Ausbau des Gleisanschlusses nach Ruhpolding fertig gestellt sein. Die Neuanlage des mittleren Bahnsteigs sei bis 2012 vorgesehen und der Zeitplan für die barrierefreie Niveauangleichung des Gleis 1 sehe das Jahr 2014 vor. Bis zur Biathlon-WM 2012 in Ruhpolding sei damit ein wichtiger Teilbereich des Bahnhofsumbaus eingeleitet.

Bahnchef Dr. Rüdiger Grube, der den Chiemgau von seiner Zeit bei der DASA her kennt, hob hervor, dass der auf den Namen „Traunstein” getaufte, 230 km/h schnelle ICE T mit seiner speziellen Neigetechnik von acht Grad zur modernsten Zuggeneration der Deutschen Bahn zählt. Die Zugtaufe ist die zweite in diesem Jahr. Seit Oktober 2002 wurden bisher 200 ICE-Züge auf dei Namen deutscher Städte getauft.

Bahn-Aufsichtsratschef Prof. Dr. Utz-Hellmuth Felcht betonte, dass die Deutsche Bahn mit 7,3 Millionen personenbeförderungen täglich soviel Passagiere befördere wie die Lufthansa in einem Jahr. Auch angesichts der weltweiter Ausbaupläne für die Eisenbahn in Staaten wie den USA, Russland oder China sei dieses Transportmittel in Sachen Umweltbilanz und Energieeffizienz unschlagbar. „Die Bahn liegt wieder imTrend”. Mit Blick auf die technologische Entwicklung stehe der ICE trotz der Pannen in der Vergangenheit an vorderster Front. Er hoffe, dass der ICE  als echte Verkehrsalternative in Zukunft sogar die innerdeutschen Flüge  mehr und mehr ersetzen könne. Zur Modernisierung investere die Bahn in den kommenden Jahren 41 Milliarden Euro in neue Fahrzeuge und die Infrastruktur.

Großen Gefallen bei den Zuschauern fanden die Ausstellung und Fahrten mit einer hostorischen Dampflok aus den 1930-er Jahren in dem in den 70-er Jahren gefeierten TEE ”Rheingold-Express”. Dazu kamen Ausstellungen im Heimathaus und dem Kulturzentrum rund um das Thema „Bahn in Traunstein”, die Herausgabe eines Sonderstempels, Infostände verschiedener Organisationen und ein Luftballonwettbewerb.

Autor: Axel Effner
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