28.09.2012 Marktschellenberg


Zweijähriges Mädchen stürzt in den Almbach ab und stirbt






Vater steigt über Steilhang ab und rettet Kleinkind ans Ufer.

Ein zweijähriges Mädchen einer Urlauber-Familie ist am Freitagmittag, 28. September, nach einem tragischen Bergunfall in der Almbachklamm verstorben: Das Kleinkind war mit seinen Eltern zwischen Brücke 10 und 11 unterwegs, als es aus bisher ungeklärter Ursache vom Weg rund 14 Meter tief in eine Gumpe des Gebirgsbachs abstürzte. Der Vater stieg sofort über den Steilhang ab und konnte seine Tochter aus dem Wasser ziehen. Ersthelfer und Einsatzkräfte schafften es, den kleinen Patienten zunächst erfolgreich wiederzubeleben, der danach per Tau aus der Klamm geflogen wurde.

 

Die Leitstelle Traunstein alarmierte gegen 11.30 Uhr ein Großaufgebot an Einsatzkräften, darunter die Bergwacht Marktschellenberg, die Canyon-Rettungsgruppe von Berg- und Wasserwacht, den Rettungsdienst des Roten Kreuzes mit Notarzt und den Salzburger Notarzthubschrauber „Christophorus 6“.

 

Der Pilot setzte per Rettungstau Notarzt und Flugretter am Unfallort in der Klamm ab; weitere Einsatzkräfte stiegen bereits zuvor zu Fuß mit Ausrüstung durch die Schlucht und den Bach auf und kümmerten sich um das abgestürzte Mädchen. Das Kind wurde nach medizinischer Erstversorgung gegen 12.40 Uhr am Tau aus der Klamm zum Zwischenlandeplatz an der Kugelmühle geflogen, wo es trotz aller Wiederbelebungsversuche verstarb. Bergwacht und Wasserwacht, darunter auch Canyon-Retter, brachten den Vater und zwei weitere Ersthelfer vom Bachufer über den Steilhang zum befestigten Weg zurück. Krisenberater des BRK-Kriseninterventionsdienstes (KID) und der Bergwacht im BRK betreuten die Eltern und weitere betroffene Wanderer, die in der Klamm mit vor Ort waren.

 

Ein Bergführer der Polizeiinspektion Berchtesgaden nahm den genauen Hergang des tragischen Unfalls auf, wobei später auch ein Polizeihubschrauber zur Anfertigung von Lauftaufnahmen im Einsatz war. Die weiteren Ermittlungen zur endgültigen Klärung der Todesursache werden durch die Beamten der Kriminalpolizei Traunstein fortgeführt. Insgesamt waren 18 Einsatzkräfte vor Ort.

Autor: wo/BRK
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