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16.08.2012 Schönau am Königssee

Schönes Wetter lockt viele Besucher an

Wasserwacht: Dauereinsatz am Königssee


BRK-Wasserwacht seit Montag bei sechs Einsätzen am Königssee gefordert.

Die heimischen Bergwachten, die Rettungshubschrauber-Besatzungen und die BRK-Wasserwacht am Königssee sind derzeit außergewöhnlich oft gefordert, da wegen des schönen Wetters besonders viele Menschen in den Bergen unterwegs sind. Allein die Berchtesgadener Wasserretter mussten seit Montag, 13. August, bei sechs Notfällen Hilfe leisten.

 

Am Montagmittag gegen 11.30 Uhr wurde die Wasserwacht Berchtesgaden nach St. Bartholomä alarmiert, um einen 72-jährigen Mann abzuholen, der während einer Wanderung zum Funtensee akute Beschwerden wegen einer Beinvenenthrombose bekam. Seine beiden Bergfreunde entschieden sich am nächsten Morgen, nach St. Bartholomä abzusteigen und Hilfe zu holen. Die Wasserwacht versorgte den Patienten und fuhr ihn und seinen Begleiter per Boot zur Seelände, wo er an eine Fahrzeug-Besatzung des Roten Kreuzes übergeben wurde, die ihn ins Krankenhaus brachte.

 

Am Dienstagabend hatte sich eine Touristin bei einer Bergwanderung eine schmerzhafte Knieverletzung zugezogen, woraufhin um 19.25 Uhr die Wasserwacht alarmiert wurde. Die Wasserretter aus Berchtesgaden rückten mit ihrem Motorrettungsboot zum Anleger der Saletalmen aus, versorgten die Patientin und transportierten sie dann zur Seelände. Dort wurde sie dem Landrettungsdienst des Roten Kreuzes übergeben und zur Abklärung in die Kreisklinik Bad Reichenhall gebracht.

 

Am Mittwoch, 15. August, waren die Bergwachten Berchtesgaden und Ramsau zeitweise pausenlos im Einsatz, um verletzte oder erkrankte Bergsteiger zu retten; die zum Teil mit Geländefahrzeugen ins Tal gebracht und dem Landrettungsdienst des Roten Kreuzes übergeben wurden.

 

Kurz nach 8 Uhr musste der Traunsteiner Rettungshubschrauber „Christoph 14“ bereits einen Patienten vom Berg holen und zur Kreisklinik Bad Reichenhall fliegen, der wegen einer Fußverletzung nicht mehr selbständig absteigen konnte. Gegen 12.20 Uhr Uhr alarmierte die Leitstelle Traunstein dann die Wasserwacht und den Salzburger Notarzthubschrauber „Christophorus 6“ zur Unterstützung der Bergwacht Berchtesgaden: Ein aufmerksamer Schiffsführer hatte eine verstiegene 71-jährige Einheimische im Kaunersteig bemerkt, die vom Weg abgekommen war und dann um Hilfe gerufen hatte. Die Hubschrauber-Crew konnte die genaue Einsatzstelle im bewaldeten Gebiet nicht finden und landete in St. Bartholomä. Die Wasserwacht transportierte gleichzeitig zwei Bergwachtmänner mit dem Motorrettungsboot zum Kaunersteig, die der unverletzten Frau dann entgegen gingen und sie zurück auf den richtigen Weg begleiteten.

 

Der in St. Bartholomä gelandete Notarzthubschrauber musste gleich weiter zu einem Rettungstau-Einsatz am Hohen Göll fliegen, wo ein Bergsteiger durch Steinschlag verletzt worden war. Der Traunsteiner Rettungshubschrauber „Christoph 14“ und ein Luftretter der Bergwacht Berchtesgaden waren seit 11.40 Uhr bereits im Steinernen Meer an der deutsch-österreichischen Grenze im Einsatz, wo sich ein abgestürzter Bergsteiger am Oberschenkel verletzt hatte. Der Patient wurde notärztlich versorgt und dann mit einem nachgeforderten Transporthubschrauber der Bundespolizei per Rettungswinde aufgenommen und ins Tal geflogen. Gegen 13.40 Uhr musste die Bundespolizei-Besatzung die Bergwacht Ramsau bei der Rettung eines am Knie verletzten Bergsteigers im Schrofengelände zwischen Schärtenspitze und Eisbodenscharte unterstützen.

 

Nachdem die Wasserwacht die beiden Berchtesgadener Bergwachtmänner wieder zurück zur Seelände gebracht hatte, meldete sich eine israelische Familie bei den Einsatzkräften. Der 14-jährige Sohn hatte sich am Parkplatz an einem Motorrad den linken Unterschenkel verbrannt. Die Retter untersuchten die Wunde, versorgten den Buben und forderten einen Krankenwagen nach; die israelische Familie verweigerte jedoch den Abtransport.

 

Unmittelbar darauf meldete sich ein 62-jähriger Urlauber bei der Wasserwacht: Er fühle sich nicht so gut. Bei der anschließenden Untersuchung stellten die Einsatzkräfte einen sehr hohen Blutdruck und Puls fest - nachdem der Mann in der Vergangenheit bereits einen Schlaganfall erlitten hatte, wurde er sofort mit dem noch anwesenden Krankenwagen in die Kreisklinik Berchtesgaden gebracht. Die Einsatzkräfte der Wasserwacht konnten nach über drei Stunden wieder einrücken.

 

Am Mittwochabend gegen 18.15 Uhr löste die Leitstelle Traunstein wieder Alarm aus: Ein 52-jähriger Wiener hatte am anderen Königssee-Ufer in St. Bartholomä einen Kreislaufzusammenbruch erlitten. Zusammen mit einer Rettungswagen-Besatzung des Roten Kreuzes startete die Wasserwacht per Boot von der Seelände zum Einsatzort. Die Ehrenamtlichen versorgten den Patienten und brachten ihn zusammen mit zwei Angehörigen zur Seelände, wo er dem Landrettungsdienst übergeben wurde, der ihn vorsorglich in die Kreisklinik Berchtesgaden brachte. Die Wasserwacht war rund eine Stunde im Einsatz.

Autor: wo/BRK

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