03.02.2012 Bad Reichenhall
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Stadt Bad Reichenhall verschlafe Planungen

Knabenreich: „Stadtmuseum ohne Konzept”


Fertiggestellter Getreidestadel und noch immer kein beschlossenes Konzept, so stellt sich laut FWG die aktuelle Situation für das künftige Heimatmuseum dar.

Nachdem rund fünf Millionen Euro investiert worden seien, stehe der Gebäudekomplex in der Getreidegasse leer. Mit dieser Kritik meldet sich der OB-Kandidat der FWG im Wahlkampf zu Wort. Bislang seien weder ein Betreiber- noch ein Ausstellungskonzept dem Stadtrat oder der Öffentlichkeit präsentiert worden.

 


Eine eigens eingerichtete Museumskommission tagte letztmalig im April vergangenen Jahres. Seitdem bleibe die Stadtführung weitere Erklärungen schuldig. „Mit dem Ende der Bauarbeiten hätte auch ein fertiges Konzept stehen können. Ein Museum lässt sich schließlich nicht in wenigen Tagen einrichten“, so Knabenreich. Im städtischen Haushalt seien für das Heimatmuseum im laufenden Jahr 545.000 Euro eingeplant, doch wie diese sinnvoll investiert werden sollen, sei weiterhin unklar. Bislang liegen laut Knabenreich nur „schwammige Aussagen” über die künftige Gestaltung des Museums vor. Mal propagiere der amtierende Oberbürgermeister die Kronenapotheke mit ihrer historischen Ausstattung als Zugpferd, dann folge der Salinenaltar, dessen Freigabe durch das Haus Wittelsbach noch ungeklärt ist.

 


„Wenn ein Museum vernünftige Besucherzahlen vorweisen soll, muss auch ein modernes und zukunftsweisendes Ausstellungskonzept her. Es reicht nicht, ein paar Exponate mit Erklärungstafeln zu versehen“, so der FWG-Kandidat. Außerdem sei es unklar, wie ein Museum einigermaßen kostengünstig betrieben werden könne. Ein Museum, das nur für jeweils ein halbes Jahr geöffnet ist, mache ebenso wenig Sinn, wie eine Refinanzierung über einen sogenannten Museumsshop. „Das sind Verlegenheitslösungen, die alleine ein Stadtmuseum nicht zu einem Imageträger für die Stadt machen.”

 


Vielmehr müsse geklärt werden, wie Einheimische zu einer intensiven Nutzung des Museums motiviert werden könnten. Martin Knabenreich fordert: „Ein modernes Stadtmuseum braucht Angebote für Kindergärten, Schulen und Familien. Für diese Zielgruppen muss Heimatgeschichte erlebbar gemacht werden“. Nur ein entsprechend gestaltetes Heimatmuseum wäre auch ein echter Imageträger für Bad Reichenhall und würde das touristische Angebot der Stadt ergänzen.

 

Mit dem Stadtarchivar Dr. Johannes Lang verfüge Bad Reichenhall über herausragende fachliche Kompetenz, die für die Gestaltung des Museums unbedingt genutzt werden müsse. Stattdessen liegt dem Stadtrat aber noch immer kein Konzept vor, notwendige Investitionsentscheidungen werden nicht getroffen und der mögliche Start des Museums zieht sich dadurch weiter in die Länge.



Autor: wo

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