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19.10.2012 Königssee

Am Königssee-Ufer:

Herrenloses Kajak sorgt für Aufregung


Vermeintlich gekentertes Schlauchboot: Einsatzkräfte suchen nach Insassen.

Ein vermeintlich gekentertes, herrenloses, aufblasbares Kajak am Königssee-Ufer hat am Freitagvormittag, 19. Oktober, für viel Aufregung gesorgt. Der Fischer hatte das Boot im Bereich des Rinnkendlsteigs gesichtet und gegen 11 Uhr die Polizeieinsatzzentrale Rosenheim informiert, die daraufhin über die Leitstelle Traunstein BRK-Wasserwacht, Feuerwehr, Rettungshubschrauber und Landrettungsdienst anforderte, da unklar war, ob ein Notfall vorliegt.

 

Die Einsatzkräfte fuhren von der Seelände aus per Boot zum Fundort und suchten den Bereich ab, konnten aber keine Insassen finden. Beamte der Polizeiinspektion Berchtesgaden nahmen die weiteren Ermittlungen nach den Eigentümern auf, die eventuell vom Ufer aus bereits in der Nacht oder am frühen Morgen zu einer Bergtour aufgebrochen waren, da unter dem Boot Bergsteiger-Ausrüstung gefunden wurde. Da der Königssee mitten im Nationalpark liegt, sind Luftmatratzen, eigene Paddelboote, Schlauchboote oder Kanus verboten. Insgesamt waren rund 50 Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehren Königssee, Schönau und Berchtesgaden, der BRK-Wasserwacht aus Berchtesgaden und Bad Reichenhall, der Tauchergruppe der Feuerwehr Bad Reichenhall und des BRK-Landrettungsdienstes im Einsatz, wobei die Einheiten zum Teil noch auf der Anfahrt wieder umkehren konnten.

 

Bereits am Freitag vor einer Woche war die BRK-Wasserwacht-Ortsgruppe Berchtesgaden mit dem Motorrettungsboot im Einsatz, um bei der groß angelegten Waldbrandübung im Bereich Kühroint die Löschwasseraufnahme per Hubschrauber aus dem Königssee abzusichern. Bundespolizei und Feuerwehr holten mit dem Außenlastbehälter Wasser aus dem Königssee und dem Hintersee, um den simulierten Brand zu löschen. Gegen 14.25 Uhr, noch während der Nachbesprechung, wurden die Ehrenamtlichen von der Leitstelle Traunstein nach Salet alarmiert, wo ein gestürzter 83-Jähriger aus Ludwigsburg mit Gesichtsverletzungen auf Hilfe wartete. Ein tiefer Schnitt an der Nase und Schmerzen deuteten auf eine Prellung oder Fraktur des Nasenbeins hin. Mit dem Motorrettungsboot setzten die Retter nach Salet über, versorgten die Wunden des Mannes und fuhren ihn und seine Ehefrau zurück zur Seelände. Dort wurde der Urlauber an eine Krankenwagen-Besatzung des Roten Kreuzes übergeben, die ihn zur weiteren Untersuchung in die Kreisklinik Berchtesgaden brachte.Nach rund eineinhalb Stunden war der Einsatz für die Kräfte der Wasserwacht beendet. Am Donnerstagabend holte die Wasserwacht mit dem Rettungsboot zwei Wanderer von Kessel ab, die das letzte Kursboot verpasst hatten.

Autor: wo/BRK
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