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23.10.2012 Freilassing

Freilassing hilft:

Die ersten sieben Brunnen sprudeln


Welle der Hilfsbereitschaft geht weiter: Kindergärten und Schulen machen mit.

Foto: Das Kindergartenteam von St. Korbinian um Leiterin Christa Brunner-Gerhartsreiter (rechts im Bild) und Susanne Uhl, Daniela Matz, Julia Oestereich und Moni Aicher sowie die Kinder der Bären- und Schmetterlingsgruppe freuen sich, Kinder in Afrika mit einem Brunnen unterstützen zu können.

 

Unter dem Motto „Freilassing hilft – 20 Brunnen für Afrika“ starteten Werner Bahar, Fritz Althammer und Ernst Peter im Frühjahr ein Hilfsprojekt, das in Freilassing und Umgebung eine Welle der Hilfsbereitschaft auslöste. Nach nur acht Wochen konnten die Initiatoren im Rahmen einer Benefiz-Gala in der Lokwelt Freilassing ein sensationelles Ergebnis präsentieren und übertrafen damit alle Erwartungen: statt der anvisierten 20 Brunnen wurden über 100.000 Euro gesammelt und damit die Grundlage für sagenhafte 42 Brunnen geschaffen, die fortan Dorfgemeinschaften in Afrika mit frischem und gesundem Wasser versorgen werden (wir berichteten). Nun wurden zur überschwänglichen Freude ihrer Bewohner in sieben Dörfern im Norden Ugandas die ersten sieben Brunnen aus der Aktion „Freilassing hilft“ fertig gestellt. Und die Hilfsbereitschaft hiesiger Bewohner ebbt nicht ab: Inzwischen gibt es nicht nur eine Reihe weiterer Brunnenspender, zudem haben sich Freilassinger Kindergärten und Schulen zu einem gemeinsamen Brunnen-Projekt mit vielen tollen Ideen und Aktionen zusammengeschlossen. Den Anfang dazu machte der Freilassinger Kindergarten St. Korbinían.

 

Mit ihrer unter der Schirmherrschaft von Bundesfamilienministerin Kristina Schröder stehenden Benefizaktion lösten die Initiatoren Werner Bahar, Fritz Althammer und Ernst Peter eine Welle der Hilfsbereitschaft aus: Unternehmer, Politiker, Vereine, Organisationen und Privatleute aus Freilassing und Umgebung spendeten für „20 Brunnen für Afrika“ zu Gunsten des Kinderhilfswerks Global Care. Am Ende des im Frühjahr gestarteten Benefizprojekts „Freilassing hilft“ waren 105.000 Euro gesammelt und damit sensationelle 42 Brunnen geschafft. Das Ergebnis übertraf alle Erwartungen und überstieg das avisierte Ziel um mehr als das Doppelte.

 

Die Tatsache, als Region gemeinsam etwas Großartiges geschafft zu haben, begeisterte die Initiatoren und Teilnehmer der ergreifenden Spendengala in der Lokwelt Freiassing gleichermaßen und ließ die Hilfsbereitschaft der Bürgerinnen und Bürger aus Freilassing und Umbebung auch fortan nicht abebben: ein Wirts-Ehepaar aus Ainring, eine Frau aus Thundorf und eine Familie aus Tettenhausen spendeten drei weitere Brunnen, zudem haben sich eine ganze Reihe von Freilassinger Kindergärten und Schulen entschlossen, mit tollen Ideen und Aktionen ebenfalls einen „eigenen“ Brunnen zu finanzieren. Den Auftakt dieser Projekttage bildete der Kindergarten St. Korbinian.

 

Dessen Leiterin Christa Brunner-Gerhartsreiter berichtet voller Freude, mit welcher Begeisterung nicht nur ihre Kinderpflegerinnen und Erzieherinnen sondern vor allem auch die Kinder selbst für das Brunnen-Projekt „Feuer fingen“. In den letzten Tagen drehte sich dort alles um das Thema Afrika: Eine große Landkarte und ein Globus „entführte“ die Kinder nach Afrika, Bilderbücher wie „Sag mir wie ist Afrika“ oder „Mittendrin in Afrika“ brachten den Kindern das dortige Leben ebenso nahe wie ein Film, der Kinder einer Schule in Uganda und deren Freude über ihren Dorfbrunnen zeigt. Die Kinder von Korbinian waren sich fortan einig: „Auch andere Kinder in Afrika sollen so ein Strahlen im Gesicht haben und sich über einen Brunnen freuen können.“

 

Um ihren Beitrag für einen Brunnen zu leisten, studierten die Kinder fortan Tänze und afrikanische Lieder ein, die sie mit viel Geschick und kindlicher Freude auf Rasseln, Klangstäben, Kokosnussschalen und afrikanischen Handtrommeln rhythmisch begleiteten und am Elternabend präsentieren. Gleichzeitig bastelten sie liebevolle Kuverts, die sie mit verschiedensten afrikanischen Tieren bemalten und verzierten und in die sie oder ihre Eltern ihre Gaben legen konnten. Den Abschluss der Projekttage in St. Korbinian bildet das Martinfest, bei dem es ja ebenfalls ums Thema Teilen geht. Auch der Elternbeirat von St. Korbinian wird dabei das Brunnen-Projekt mit einem Flohmarkt für Kinder und Erwachsene unterstützen und auch für das leibliche Wohl des Abends sorgen.

 

Dass die Uhren in Afrika etwas anders gehen, machte der Vorsitzende des Kinderhilfswerks Global Care, Reinhard Berle, während der Benefiz-Gala deutlich. Ebenso veranschaulichte er die Schwierigkeiten, die beim Brunnenbohren vor Ort entstehen und so zu Verzögerungen führen können. Mit umso größer Freude teilte Berle nun mit, dass im Norden Ugandas kürzlich bereits der siebte Brunnen der Benefizaktion „Freilassing hilft“ fertig gestellt werden konnte. Da das Kinderhilfswerk Global Care über ein eigenes Bohrgerät verfügt, geht es – wenn alles glatt verläuft – vergleichsweise schnell: Von der Planung bis zur Fertigstellung eines Brunnens dauert es dann in der Regel nur wenige Wochen.

 


Alamb, Anai, Akarekepuri, Awalu, Atur, Barleg und Etiri heißen die Dörfer, deren insgesamt rund 4000 Bewohner zum ersten Mal seit Menschengedenken über einen eigenen Brunnen und damit sauberes und gesundes Wasser verfügen. Zudem profitieren weitere Tausende Flüchtlinge in Lagern in der Nähe der Dörfer von dem Wasser. Dass die Freude der Menschen darüber wieder einmal überschwänglich war, bestätigte Reinhard Berle an Hand von Berichten seiner Mitarbeiter vor Ort.

 

Nicht nur, dass die Bewohner dieser Ortschaften bis zur nächsten Wasserstelle bis dahin mitunter mehrere Kilometer voller Gefahren zurücklegen mussten, waren die meisten dieser Quellen für den menschlichen Verzehr nicht geeignet. Verunreinigtes Wasser ist in Afrika ursächlich für eine Vielzahl von Krankheiten und die hohe Kindersterblichkeit. Die genaue Lage der Dörfer, die Anzahl ihrer Bewohner und die nähere Beschreibungen zu den bisherigen Wasserquellen finden sich auch in der Brunnenliste der Homepage der Freilassinger Hilfsaktion hier.

 

Doch nicht nur in Uganda wird das Projekt vorangetrieben, auch die ehrenamtlichen Organisatoren in Freilassing bleiben weiterhin fleißig. So wurden kürzlich die Brunnenschilder kreiert und die dafür notwendigen Dateien erstellt. Die circa 40 mal 40 Zentimeter großen Schilder, die in Afrika graviert werden, enthalten den Dorfnamen, den gewünschten Namen der oder des Spenders und die Aufschrift der Benefizaktion „Freilassing hilft“, den Namen des Bundesentwicklungsministerium, das jeden der Brunnen ja mit einem Betrag von 7.500 Euro fördert sowie den Namen des Kinderhilfswerks Global Care, das die Brunnen bohrt und vor Ort betreut.

 

Zudem wurde die oben genannte Homepage ergänzt und aktualisiert: es finden sich dort jetzt Fotos mit allen Spendern, allen bisherigen Presseberichten, Fotos der Benefizgala in der Lokwelt usw. Da die Welle der Hilfsbereitschaft wie berichtet weitergeht und neue Brunnen entstanden bzw. durch geplante Aktionen entstehen werden, wurde die Benefizaktion in „Freilassing hilft – 20 und mehr Brunnen für Afrika“ unbenannt.

 

Ferner werden die Freilassinger Kindergärten und Schulen bei ihren Aktionen unterstützt und in Kürze ergeht an alle Spender und Unterstützer der Aktion ein Info-Brief, der über alle aktuellen Entwicklungen informieren und in unregelmäßigen Abständen erscheinen wird. Alle, die sich noch an der Hilfsaktion beteiligen wollen, können sich auch weiterhin bei Werner Bahar oder Ernst Peter als Ansprechpartner vor Ort unter den in der Homepage genannten Kontaktdaten informieren.
 

Autor: Ernst Peter
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