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07.05.2012 Freilassing

Fachmann Christof Thoss in Freilassing

Biogas – aber natürlich!


Kritische Stimmen bei Info-Abend der FWG Heimatliste.

Ist die Energiewende wirklich eingeläutet? Ist dieser Umschwung wirklich durchführbar – und in welcher Zeit? Verzögert die Wirtschaft und die Politik die rasche Veränderung in der Energielandschaft? Speziell zu dem Teilbereich „Biogas – Herstellung und Vermarktung“ hatte der Vorstand der FWG Heimatliste einen Fachmann vom Ökostromanbieter NAURSTROM AG kürzlich eingeladen, der nach seinem Vortrag keine Fragen unbeantwortet ließ.

 

Als erster Vorsitzender der FWG Heimatliste begrüßte Bert Enzinger den Biogas-Spezialisten von Naturstrom AG Christof Thoss und zeigte vorweg einige Möglichkeiten zur Energieeinsparung sowie zur alternativen Energiegewinnung auf. „Kaum zu glauben, aber mit wenigen Änderungen der täglichen Gewohnheiten ist es möglich, zur Verringerung des Energieverbrauchs beizutragen.“, resümierte Enzinger. Das dies nicht ausreicht, ist jedem klar. So stellte Christof Thoss anhand von Biogas dar, wie sinnvoll der Einsatz dieses Produktes ist. Im Jahr 1992 waren in Deutschland insgesamt 139 Biogasanlagen vorhanden. Zwanzig Jahre danach ist die Zahl bereits auf 7100 gestiegen. Circa 47,5 Prozent der Fläche von Deutschland würden landwirtschaftlich genutzt. „Die Anlagenzahl könne verdoppelt werden, ohne dass zusätzlich mehr Land verbraucht wird.“, bestätigte Thoss.

 

Naturstrom verwende kein genetisch verändertes Saatgut und ausschließlich Reststoffe. Zum Betrieb einer Biogasanlage werden Reststoffe wie Landschaftspflegemittel, Gülle und Mist, sowie Abfälle genutzt. Nahrungsmittel, wie Mais oder Getreide, werden als Substrat nicht eingesetzt. Beim Bau und Betrieb der Anlage wählt Naturstrom ein standortangepasstes Konzept in kooperativen Ansatz mit den Landwirten vor Ort.

 

Wichtig sei vor allem, dass der Wirtschaftskreislauf geschlossen bleibt. Die Bevölkerung beziehe Strom und Wärme von inländischen Anbietern, diese beziehen die Betriebsstoffe von örtlichen Erzeugern und somit bleibt der Geldfluss auch im eigenen Land. „Derzeit fließen noch gewaltige Summen ins Ausland und bereichern damit ausländische Konzerne.“, stellte Thoss klar. Allein an der „Erneuerbaren Energie“ in allen Formen hingen im Jahr 2010 insgesamt 367.400 Arbeitsplätze. Und Biogas sichert das Einkommen vor allem im ländlichen Raum, trägt zu einer positiven CO2-Bilanz bei und bildet Gewähr für den Erhalt der Kulturlandschaft.

 

„Mit gleichbleibender Subventionierung der Photovoltaik durch den Staat wäre die Dichte dieser Technik in weiteren zwei Jahren so groß geworden, dass eine zusätzliche Stromlieferung nicht mehr erforderlich gewesen wäre.“, behauptete Thoss. „Damit hätte man auf zwei Atomkraftwerke verzichten können.“

 

Michael Behringer vom Bund Naturschutz verdeutlichte, dass mit der Verwendung von Gülle in Biogasanlagen eine Überdüngung der Felder und Verunreinigung der Seen vermieden werden könnte. Max Schwarz erinnerte an die Holzvergasung, wobei Christof Thoss bemerkte, dass diese Technik wenig effizient sei. Durchaus praktikabel sei die Einspeisung von Biogas in die vorhandenen Erdgasnetze. Damit würde die Abhängigkeit von Erdgas aus Russland verloren gehen, wobei aber der Preisunterschied zu Biogas noch spürbar sei. Im Endeffekt mache sich aber die Verwendung von „Erneuerbarer Energie“ nach Abwägung aller Faktoren durchaus bezahlt.

Autor: wo
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