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10.11.2011 Bodenmais

Zahlreiche Ehrungen beim VdK-Ortsverband Bodenmais

Zwei Landratskandidaten auf einer Veranstaltung


Zwei nominierte Bewerber für das Amt des Landrates gleichzeitig in einer VdK-Mitgliederversammlung gab es wohl noch nie und hat Seltenheitswert.

Beide - VdK-Kreisgeschäftsführer Helmut Plenk und der Bodenmaiser Bürgermeister Michael Adam - haben die selben Ambitionen, verstehen sich sehr gut und vermieden in dieser Zusammenkunft, zu der VdK-Ortsvorsitzender Werner Leipold ins Hotel Waldesruh einlud, jeglichen Wahlkampf, den sie nach ihrer Aussage "sportlich" nehmen. Zu einem kleinen Seitenhieb kam es doch, den der VdK-Kreisgeschäftsführer ganz locker nahm: Als ihm Michael Adam eine vorbildliche Arbeit und einen "ungebremsten Arbeitseifer" bescheinigte, wünschte er Helmut Plenk, dass er dem VdK noch lange erhalten bleibt. Auf die Frage, wie es infolge einer Wahl zum Landrat mit dem VdK weitergehe, zeigte sich Helmut Plenk optimitisch und erklärte: "Ich werde helfen, so gut ich kann".



Der Heiterkeit zum Auftakt folgte ein schwieriges Thema, über das VdK-Kreisgeschäftsführer Helmut Plenk ergiebig referierte. Die aktuelle Sozialpolitik mit ihren Schwerpunkten Rentenrecht, Pflegeversicherung und Schwerbehindertenrecht in ihrer ganzen Konpliziertheit trifft die Menschen jeder Altersstufen und aller Lebensbereiche. Im Vordergrund müsse immer der Mensch stehen und nicht der Paragraph. Helmut Plenk blickte in seinen Ausführungen auf die Entstehung des Rentensystems, vor mehr als hundert Jahren zurück. Lange schon gebe es die Erwerbsminderungsrente, einige neue Definitionen ergänzen das Rentenrecht, das Haushaltsbegleitgesetz erfuhr 1984 eine Änderung. Der VdK-Kreisgeschäftsführer mahnte eindringlich, bei Beantragung der Rente vor allem die versicherungsrechtlichen Voraussetzungen zu prüfen. Liegt beispielsweise der Eintritt der Krankheit fünf Jahre zurück, so muss drei Jahre lang der Pflichtbeitrag begleichen worden sein. Eindringlich appellierte auch Helmut Plenk an die jungen Arbeitnehmer, sich mit der Rentenfrage zu befassen. Ist kein Pflichtbeitrag in den vergangenen drei Jahren entrichtet worden, besteht keine Chance auf Rente. Desweiteren schilderte der VdK-Kreisvorsitzende einen Fall, bei dem eine Auszubildende vor einem Jahr eine Lehre begonnen hat und nun bei ihr eine schwere Erkrankung diagnostiziert wurde. Für sie besteht 78 Wochen Anspruch auf Krankengeld, dann folgt die "Aussteuerung". Hier läuft es dann auf eine Feststellung der Krankenkasse hinaus und der Überprüfung, ob die Diagnose einen Rentenanspruch rechtfertigt. Allgemein nehme die Erwerbsminderungsrente an Bedeutung zu.



"Das muss in die Köpfe der jungen Leute" - mit der Kündigung in der Hand ist es zu spät über die Rentenvorsorge nachzusinnen. Gleich zu Beginn einer Berufsausbildung sollte auch die private Absicherung geregelt werden. Die Möglichkeiten an Versicherungen in Stadt und Land sind vielfältig. Und es darf nicht vergessen werden: "Krankheiten können schon ab der Geburt beginnen". Helmut Plenk konnte von einem Opa erzählen, der für seinen Enkel als Geburtstagsgeschenk einen Rentenvertrag abgeschlossen hat, aber der VdK-Kreisgeschäftsführer beklagt auch das Desinteresse vieler Arbeitnehmer gegenüber der gesetzlichen Rentenversicherung. "Die neue Rentenauskunft schaut böse aus", so Helmut Plenk. Daher forderte er eine bessere Aufklärung der Bürger durch Informationsveranstaltungen, wie sie der VdK ständig betreibt. Dabei müssen auch die Jugendlichen, vor und in der Berufsausbildung, also frühstmöglichst bei Arbeitseintritt, angesprochen werden. Der VdK-Kreisgeschäftsführer durchleuchtete in seinem aufschlussreichen Vortrag die Situation bei getrennten Eheleuten. "Bei Rechtskraft der Scheidung wird ein Versorgungsausgleich durchgeführt". Hinsichtlich der Belegung von Pflegeheimen wies Helmut Plenk auf eine bevorstehende "Umstrukturierung der Infrastruktur" hin. Menschen in Alten- und Pfelegheimen gliedern sich in 75 Prozent Frauen und 25 Prozent Männer.


Im Totengedenken wurde an die verstorbenen Mitglieder Michael Muhr, Franz Wurzer, Erich Wölfl, Franz Kasparbauer, Bernhard Wenzke, Maria Kollmaier, Berta Drexler, Andreas Strohmeier und Heinz Wölfl erinnert. VdK-Ortsvorsitzender Werner Leipold konnte in seinem Rechenschaftsbericht von zahlreichen Veranstaltungen wie die Gedenkfeier zum Volkstrauertag, Weihnachtsfeier im Hotel Böhmhof, Informationsvortrag und Betreuungsnachmittag in der Seniorenresidenz St. Benediktus und mehrere Geburtstagsgratulationen sprechen, bei dem ihm besonders Ortsgruppenbetreuerin Rosa Ronsberger hilfreich zur Seite stand. Werner Leipold dankte besonders VdK-Kreisgeschäftsführer Helmut Plenk für seine Unterstützung und kündigte an, dass er im kommenden Jahr nach zwölfjähriger Vorstandstätigkeit das Amt abgeben möchte. 430 Mitglieder zählt aktuell der VdK-Ortsverband Bodenmais und er verfügt über ein solides finanzielles Polster. Die Weihnachtsfeier findet am Samstag, 10. Dezember, um 14 Uhr, im Gasthaus Sternknöckel in Waid statt. Gemeinsam nahmen VdK-Kreisgeschäftsführer Helmut Plenk, Bürgermeister Michael Adam und VdK-Ortsvorsitzender Werner Leipold - zugleich auch Behindertenbeauftragter des Marktes Bodenmais - im Rahmen der Mitgliederversammlung und des Betreuungsnachmittages die Ehrung von Mitgliedern vor. Maria Weikl, Fischerweg, gehört 20 Jahre dem VdK-Ortsverband Bodenmais an. Zehn Jahre beim VdK sind Erich Weikl, Peter Raßhofer, Monika Raßhofer, Georg Asam, Rudolf Brandl, Hans-Jürgen Trettner, Ingeborg Fischer, Josef Weikl, Veronika Lell, Gisela Trettner, Rosemarie Klein, Mariele Liebhaber, Manfred Huttary, Richard Maurer, Emil Wölfl, Sieglinde Weinberger, Gerhard Hirtreiter, Karl Vogl, Josef Perl, Claudia Hirtreiter, Josefine Kagerbauer, Josef Fritz, Erna Pöllath, Max Zech, Albert Brem, Georg Gürster, Barbara Bachmann, Manfred Bauer, Annerose Brunner und Gertrud Maurer.

Autor: pm