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16.05.2012 Grafenau

Wahl in Grafenau

Drei Kandidaten im Endspurt


Kurz-Interview vor Bürgermeisterwahl in Grafenau: Wer hat die besten Antworten? Max Niedermeier (CSU), Wolfgang Kunz (SPD) oder Franz Josef Bloier (UWG)

Wahlen zum Bürgermeister in Grafenau haben eine Tradition: Es ist immer spannend. Nun stehen drei Kandidaten zur Auswahl – und hört man sich in Grafenau um, so könnte es zur Stichwahl kommen. Am Sonntag, 20. Mai, geht es an die Wahlurnen – das Wochenblatt will in einem kurzen Interview den drei Kandidaten noch einmal die Möglichkeit geben, kurz ihre Standpunkte klarzulegen.


Was wollen Sie in Grafenau verändern? Wo sehen Sie Nachholbedarf?
Wolfgang Kunz: Ich will in Grafenau das Miteinander stärken. Das gilt vor allem für die Zusammenarbeit zwischen dem Bürgermeister und der Stadtverwaltung mit den Hausbesitzern in der Innenstand und den Geschäftsleuten.


Franz-Josef Bloier: Es muss uns gelingen, die Innenstadt, vor allem den Stadtberg mit neuem Leben zu füllen. Ich setzte dabei vor allem auf heimische Investoren und auf die eigenen regionalen Kräfte. Die Sicherung der bestehenden Arbeitsplätze und das Schaffen günstiger Rahmenbedingungen, dass weitere zusätzliche Arbeitsplätze entstehen können, hat oberste Priorität für die wirtschaftliche Entwicklung unserer Heimatgemeinde. Durch Bildung eines Wirtschaftsausschusses, auf den ich setze, kann die Kommune mit den Unternehmen näher zusammenrücken. Im Bereich Tourismus steckt viel zusätzliches Potential in unserer Region, das es zu heben gilt. Bei der Erstellung von Konzepten und Marketingmaßnahmen setzte ich mehr auf die private Wirtschaft. Ich will die Kommunikation und das Miteinander in alle Bereichen intensivieren, mit der Wirtschaft, mit der Bürgerschaft, mit den Vereinen, mit allen Institutionen und Einrichtungen, die sich gesellschaftlich engagieren und öffentliche Verantwortung übernehmen. Das ehrenamtliche Engagement soll durch einen Ehrenamtstag mehr Anerkennung und Würdigung erfahren. Unsere Kommune soll familienfreundlicher werden, dazu soll ein Familienbeauftragter eingesetzt werden und den Familien mehr Wertschätzung entgegengebracht werden.


Max Niedermeier: Ich will dem guten Namen der Stadt Grafenau, die ja nicht umsonst die älteste Stadt des Bayerischen Waldes ist, wieder zu neuen Ehren verhelfen. Nachholbedarf sehe ich vor allem in der Innenstadtentwicklung, wo die Leerstände wieder einer Nutzung zugeführt werden sollen, in einer nachhaltigen Wirtschafts- und Tourismusförderung sowie in einer Verbesserung der Lebensqualität für alle Mitbürgerinnen und Mitbürger.

Warum sollen die Grafenauer Sie wählen?
Niedermeier: Aufgrund meiner wirtschaftlichen Kompetenz, die ich mir als langjähriger Unternehmer und als 2. Vorstand des TSV Grafenau erworben habe, meiner politischen Kompetenz, die ich in 13 Monaten als Stellvertreter im Amt des Bürgermeisters bewiesen habe, und meiner sozialen Kompetenz, die ich als Vorsitzender des Kreis-Caritas-Verbandes Freyung-Grafenau unter Beweis stelle.


Bloier: Weil ich gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern unserer Heimatgemeinde die  Herausforderungen, die vor uns liegen und die Aufgaben die sich uns stellen anpacken werde und bei der Gestaltung der Zukunft von Grafenau Verantwortung übernehmen will. Mit Zielstrebigkeit, Sachlichkeit und teamorientiert werde ich mit allen Grafenauerinnen und Grafenauer mit allen Bürgerinnen und Bürger in den Ortsteilen dieses Ziel erreichen.


Wolfgang Kunz: Ganz einfach: Weil ich der bin, der Grafenau am besten nach vorne bringt.


In Ihrem Wahlspruch versprechen Sie Bürgernähe - wie wollen Sie das konkret umsetzen?
Kunz: Aus meiner Sicht ist jeder Bürger gleich. Da sehe ich den Schönberger Bürgermeister Peter Siegert als mein persönliches Vorbild an. Außerdem bin ich immer zur Stelle, wenn ich gebraucht werde. Das beweisen meine zahlreichen Aktivitäten in Vereinen. Ich bin 1. Vorstand bei der Feuerwehr Bärnstein, beim Grafenhütter Heimatverein und im Förderverein Krankenhaus Grafenau. Außerdem bin ich der Grafenhütter Dorfgemeinschaft, in der Werbegemeinschaft und bei vielen anderen Vereinen aktiv.


Ihr Wahlspruch ist: erfahren, engagiert, ehrlich: Was dürfen die Grafenauer demnach von Ihnen erwarten?
Niedermeier: Dass ich Probleme und Zukunftsfelder erkenne, den Stadtrat sowie die Bürgerinnen und Bürger einbinde und mit ihnen gemeinsam Ziele und Maßnahmen erarbeite, die dann zum Wohle der Gemeinde und der Region umgesetzt werden.


Sie wollen die Lebensqualität in Grafenau heben – was bedeutet das konkret?
Bloier: Wir haben eine hohe Lebensqualität in unserer Kommune, die es gilt zu sichern und für die Zukunft zu erhalten. Wir müssen hierbei den demographischen Wandel, allgemeine Strukturveränderungen, sowie globale Veränderungen stets im Auge haben, da dies zu Veränderungen in allen gesellschaftlichen Bereichen führen wird.  Hochwertige, qualifizierte Arbeitsplätze, heimatnahe Schulen und Bildungseinrichtungen, eine gute und umfassende medizinische Vorortversorgung, das gesellschaftliche Zusammenleben mit den vielen Vereinen in unserer Gemeinde, ein umfangreiches Angebot an kulturellen Veranstaltungen, eine weitgehend intakte Natur und Umwelt, und da gäbe es noch mehr zu nennen, sichert unsere Lebensqualität und hierfür stehe ich ein.
 

Autor: Lothar Wandtner