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10.07.2012 Regen, Viechtach

Stefan Ebner: Landkreis Arberland ideal

CSU-Kreisrat plädiert für Landkreis-Umbenennung


CSU-Kreisrat Stefan Ebner stellt die Namensfrage: Er ist für die Umbennung des Landkreis Regen in „Landkreis Arberland“ – Anstoß zu öffentlicher Diskussion auch von Landrat Michael Adam - derzeit startet repräsentative Umfrage im Landkreis

Vierzig Jahre ist der Landkreis Regen in seiner jetzigen Form alt – und wenn es nach dem CSU-Kreisrat Stefan Ebner geht, dann ist das genug. Natürlich: Er will nicht den Landkreis auflösen, vielmehr will er ihn weiter voran bringen, wie er sagt. Er plädiert für eine Umbenennung in „Landkreis Arberland“ oder „Arberlandkreis“. Der Hintergrund ist eindeutig: Die Region könnte vom Bekanntheitsgrad des Berges profitieren. Eine Bekanntheit, die der Stadt Regen oder auch dem Fluss fast gänzlich fehle.


Mehr noch: Der Landkreis müsse ein positives Image entwickeln, sich in seinem Marketing besser nach außen verkaufen. Deshalb schlägt er auch vor, den neuen Namen mit dem Zusatz „Tourismus- und Technologieregion im Bayerischen Wald“ zu versehen. Denn als touristisches Ziel sei der Bayerische Wald bekannt. Weniger dagegen weiß man im Land, dass es hier hochtechnologische Firmen gibt, die Zukunft machen. Der Technologiecampus in Teisnach sei zudem eine Einrichtung, die den gesamten Landkreis in der Wahrnehmung von außen aus der „Hinterwäldler-Region“ zu einem High-Tech-Standort  wandeln könnte.

 

Landrat will öffentliches Meinungsbild

Landrat Michael Adam steht dem Vorschlag des CSU-Kreisrats Ebner ergebnisoffen gegenüber. „Das ist ein Thema, mit dem sich der Landkreis beschäftigen muss“ sagt er. Er selbst könne sich eine ergebnisoffene Diskussion in der Politik wie auch in der Öffentlichkeit gut vorstellen. „Es ein demokratischer Prozess, der gemeinsam mit allen Fraktionen im Kreistag besprochen werden muss”, so Adam. Die Argumentation Ebners, die Außenwirkung des Landkreises könnte durch die Bezeichnung „Aberland“ verbessert werden, teilt er.
„Selbstverständlich ist das nichts, das man über die Köpfe der Bevölkerung hinweg entscheiden kann“, macht er aber auch deutlich.

Schließlich, so ist er sicher, werde es in dieser Frage durchaus regionale Meinungsverschiedenheiten geben. „Dennoch ist es eine spannende Frage, was wir für den Landkreis tun können, um uns besser zu positionieren. Daran wird sowieso ständig gearbeitet.“ Dass der Arber einen weit höheren Bekanntheitsgrad in Deutschland habe, als etwa Regen – ob als Stadt oder Fluss – müsse nicht diskutiert werden, dies hätten Umfragen aus dem touristischen Bereich belegt.


Die Frage sei eher, welche Vorteile man aus einer Umbenennung ziehen könnte. „Ich will dem Ergebnis der Diskussion natürlich nicht vorgreifen. Aber wenn es Stefan Ebner schon anspricht: Vieles spricht aus meiner Sicht für eine Umbennung.“ Neben der Außenwirkung des Namens sieht Adam vor allem ein weiteres Argument dafür: „Es wäre eine Chance, die alten Gräben, die zwischen den Landkreisteilen zum Teil noch bestehen, wegzubringen oder wenigstens aufzuweichen.“

 

Vorsitzender des Gemeindetags, Hermann Brandl: „Stehe voll dahinter"

Weniger Zuspruch findet der Vorschlag bei 3. Landrat Heinrich Schmidt. „Ich halte nichts davon”, sagt er deutlich. „Das kostet eine Menge Geld, der Aufwand ist enorm. Der Landkreis ist jetzt 40 Jahre gewachsen, ich glaube nicht, dass eine Umbenennung den erwünschten Effekt bringen würde.“  Im Gegenteil, er sehe sogar die Gefahr, dass diese Diskussion neue Gräben in der Bevölkerung aufwerfen könnte. Sich auf den Arber als Markenzeichen zu verlassen, sei dafür zu wenig. Dennoch sagt Schmidt auch: „Wenn es gute Argumente dafür gibt, würde ich mich natürlich davon überzeugen lassen.“


CSU-Kreistagsvorsitzender Willi Köckeis findet es positiv, „wenn sich unsere Kreisräte Gedanken über eine positive Fortentwicklung für die Zukunft der Reigon machen”, sagt er gegenüber dem Wochenblatt. Dass die Idee von Stefan Ebner komme, begrüße er zusätzlich, „weil er ein junger, aufstrebender Kreisrat mit viel Zukunft“ sei. Die Fraktion werde sich mit dem Thema intensiv befassen, verspricht Köckeis. Er selbst wolle das Ergebnis der Diskussion nicht vorweg nehmen, „aber Ebner hat zum Teil überzeugende Argumente, denen man sich nicht verschließen soll.“


Begrüßenswert findet der Vorsitzende des Gemeindetags im Landkreis den Vorschlag Ebners. Hermann Brandl: „Der Arber ist ein Magnet, ich finde das gut. Wenn man die Chance dazu hat, warum soll man die Gelegenheit nicht nutzen.“ Die bestehenden Gebietsgemeinschaften im Tourismus – wie etwa der Zwieseler Winkel – könnten bestehen bleiben. „Ich bin ganz klar für eine Umbennung”, sagt Brandl. „Mit allen Chancen und Risiken.“

 

Diskussion könnte alte Gräben schließen - oder doch neue aufreißen?


In einem schriftlichen Plädoyer, das Kreisrat Stefan Ebner dem Wochenblatt zur Verfügung gestellt hat, will Ebner den Landkreis in neue Bahnen lenken. „Seit vier Jahren beschäftigte ich mit intensiv mit diesem Thema“, er habe es damals in der Jungen Union vorgebracht, „was auf fruchtbaren Boden gefallen ist.“ Auch mit Vertretern der verschiedenen Parteien hat er inzwischen gesprochen, „und ich habe von allen Seiten ein offenes Ohr bekommen“, sagt er. Grund genug für ihn, das Thema jetzt zur öffentlichen Diskussion stellen zu wollen.


Eine vom Landrat eingesetzte Arbeitsgruppe beschäftigt sich ohnehin schon länger mit dem Thema, wie man den Landkreis wirtschaftlich und touristisch neu strukturieren könne. Es geht dabei um einen einheitlichen Auftritt nach außen. „Ein Teil der Diskussion ist auch der Vorschlag, den Landkreis umzubenennen“, sagt Landrat Adam. Mehr noch: In den nächsten Tagen wird in Zusammenarbeit mit dem Passauer Institut CenTouris eine repräsentative Umfrage im Landkreis gestartet, die sich genau mit der Frage nach der Umbenennung des Landkreises beschäftigt.
 

Autor: Lothar Wandtner