wahlen
14.02.2012 London

Be my Valentine!

Online-Kontaktbörsen boomen am Valentinstag


Immer mehr Menschen suchen Partner im Internet

Die Anbieter von Online-Dating im Internet erwarten zum heutigen Valentinstag Rekordumsätze, wie die Financial Times berichtet. Der Anteil der Beziehungen, die über Online-Portale zustande gekommen sind, nimmt im Allgemeinen zu. "Die Tendenz gibt es schon seit längerer Zeit. Online ist die Kontaktaufnahme sehr einfach. Den Leuten wird eine Form von Sicherheit vorgegaukelt, da sie sich schon vor dem ersten Treffen kennenlernen können. Das ist aber oft ein Trugschluss, da Menschen sich im virtuellen Raum anders verhalten", sagt Sexualtherapeutin Gerti Senger.

 

Saisonale Schwankungen

 

Laut Erhebungen von YouGov geht mittlerweile eine von fünf Beziehungen auf das Konto einer Dating-Seite. Das Stigma, mit dem solche Angebote früher behaftet waren, scheint keine Rolle mehr zu spielen. Neben dem Valentinstag ist auch die Zeit nach Neujahr gewinnbringend für Online-Kennenlern-Börsen. "Neujahrsvorsätze und der Valentinstag sorgen im Januar und Februar für gute Geschäfte", wird Bill Dobbie von cupid.com zitiert. Den Höhepunkt des Geschäftsjahres bildet aber eindeutig der Valentinstag. "Ab Ende Dezember steigen die Zugriffszahlen, um am Valentinstag ihren Spitzenwert zu erreichen", sagt Karl Gregory von match.com.

 

"Die Menschen sehnen sich nach Ritualen und Möglichkeiten etwas zu feiern. Der Valentinstag ist zwar kommerzialisiert, ermöglicht aber das Ausdrücken von emotionalen Zuständen, die sonst unterdrückt werden", so Senger. Die Erfolgsquote von Beziehungen wird durch das verstärkte Interesse nicht beeinflusst. "Valentins-Paare haben dieselben Erfolgschancen wie andere. Das magische Denken im Zusammenhang mit dem Valentinstag ändert hier nichts", sagt Senger. Am Valentinstag steigt also lediglich eine Aussicht und zwar die der Dating-Firmen auf Gewinn.

 

Steigende Umsätze

 

In England setzen geschätzte 800 Dating-Seiten etwa 143 Mio. Euro um. In Deutschland setzt die Online-Partnersuche-Branche mit etwa acht Mio. Kunde rund 175 Mio. Euro um. Die Tendenzen sind nach wie vor steigend, auch wenn sich die Wachstumskurve schon abflacht. Die Konkurrenz durch kostenlose Angebote wie Facebook hat bisher also noch keine gravierenden Auswirkungen auf die Branche. Die Online-Pirsch nach passenden Partnern erweist sich auch sonst als äußerst krisenresistent. Im Wirtschafts-Flautenjahr 2009 verbuchten die Intertnet-Partnervermittlungen satte Gewinne.

Autor: pte/pa
Weitere Nachrichten aus dem selben Ort: