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02.08.2012 Burghausen

w-reporter

Verlust


Trotz all der Freiheit die man hat, kann man Freunde und sich selbst verlieren.


Aus Lügen, die wir glauben, werden Wahrheiten, mit denen wir leben.

Er wartete und die Nächte, die vergingen und die Tage, die wurden zur Qual. Weit und breit keine Seele mehr. Der Vogel war weg und kam nicht auch nicht mehr wieder. Mittlerweile hatte der alte Mann schon starke Schmerzen in seinen Gelenken - nach all der Warterei war dies abzusehen. Er verstand die Welt nicht mehr, er verstand seine Taten nicht mehr, er vergaß sogar sein eigenen Namen. Durch all den Stress und seinen Ängsten verlor er sein Gesicht. Den Anblick im Spiegel konnte er nicht mehr ertragen - Kein Wunder, außer einem zerbrechlichen Mann sah er nichts. Schließlich erkrankte der alte Mann und war froh darüber, sich bald nicht mehr quälen zu müssen, bald nicht mehr seinen Anblick zu ertragen und vor allem nach etwas Leben zu suchen. Die Seele des Mannes die ist schon seit langem gestorben, es ist nur noch der Körper, der ihn am Leben hält. Nach all seinen Schicksalsschlägen merkte dieser, wie sehr es seinem Herzen doch geschadet. Doch um Hilfe schreien - Nein, das konnte er nicht! Es war keiner der sich die Mühe machen würde, geschweige denn ihn hören würde. Er war auf sich allein gestellt und so verlor er schließlich auch sich selber. Wie soll man glücklich sein, wenn man sein Glück nicht teilen kann. Wie soll man sich entspannen, wenn es niemanden gibt der einen beruhigt.

Eines Tages bemerkte der alte Mann schwarzen Sand an seinem Strand und war überrascht wie dieser auf seine Insel kam. Er durchsuchte die ganze Insel um mehr zu finden, jedoch vergebens. Völlig erschöpft legt er sich hin und bemerkte am Himmel eine Art Ballon. Ein riesiger Heißluftballon der über der Insel halt machte und Ballast abwarf. Kleidung, Fässer gefüllt mit Schießpulver und einen kleinen Korb. Der Mann war ganz erstaunt über dieses fliegende Objekt und rannte dennoch sofort zu diesem Korb um nachzuschauen was sich da drinnen verbirgt. Er konnte seinen Augen nicht glauben, es war sein Vogel. Er wurde wohl als Ballast eingesehen und wurde alleine zurückgelassen auf der Insel. Der Vogel war ganz erschrocken und erstaunt über den alten Mann. Wie zerbrechlich und krank er aussah. Anstatt auf den Vogel sauer zu sein, brachte der alte Mann sofort Wasser und Korn um den Vogel zu versorgen. Er vergab den Vogel und machte ihm das auch klar, indem er ihn mehr gab als er eigentlich brauchte. Indem er ihn noch mehr geschätzt und geliebt hat als vorher. Der Vogel schien glücklich und der Mann dachte es wäre endlich die Zeit gekommen in dem es wieder Berg auf geht - Er hatte ja nicht mehr viel Zeit und das war seine letzte Hoffnung. Ehe er sich versah, geschah etwas schreckliches. Über Nacht war seine ganze Ernte verschwunden. Der alte Mann war entsetzt das sein Vogel das Vertrauen wieder ausgenutzt hat. Ehe er sich versah lies er den Vogel draußen vor seinem Haus. Der Heißluftballon hat sein Schwarzpulver abgeworfen, damit die anderen Vögel sehen welche Insel sie bestehlen sollte. So geschah es auch, der Vogel trug keine Schuld. Es waren die anderen die ihn als Vorwand benutzt haben, damit der alte Mann das Schießpulver vergisst und die Vögel so die Insel noch finden. Der alte Mann konnte das nicht ahnen und wusste nicht mehr weiter. Alleine in seiner Hütte sah er wie sein Vogel draußen gekränkt auf dem Fass voller Schießpulver saß. Obwohl ihm der Vogel Leid getan hat, konnte er ihm nicht helfen. Er war einfach zu enttäuscht und zu krank um ihm noch zu helfen. Es verging eine Nacht und ein Tag und dennoch saß der Vogel auf dem Fass und rührte sich kein Stück. Das Tier sah schwach und hungrig aus. Trotz all den Enttäuschungen, Schmerzen und Ängsten beschloss der Mann dem Vogel zu helfen. Der Mann arbeite Tag und Nacht auf dem Feld ohne das der Vogel was merkte. Er hat das was noch übrig geblieben ist von der Ernte eingesammelt und es ihn seinem Haus gelagert. Mühevoll pickte er einzelne Körner vom Boden. So hatte er genug Proviant für den Vogel, damit dieser überleben kann für mehrere Monate. Der Winter brach jedoch an und der alte Mann macht sich noch mehr Sorgen. Ein Vogelhaus, ein großes Vogelhaus! Das war seine Idee.

Er hat die Brette aus dem Boden gerissen und fing an daran zu arbeiten. Er arbeite die Nächte durch und sah wie der Vogel langsam das Zeitliche segnen würde. Darum arbeitete er noch schneller und merkte dabei nicht das er sich übernahm. Am nächsten Morgen hat er alles vollbracht. Er hatte genug Nahrung, er hatte ein Unterschlupf für den Vogel, so ging er zu diesem und drückte ihm ein paar Körner in sein Schnabel. Der Vogel war überglücklich und dennoch traurig, denn der alte Mann zitterte am ganzen Körper. Er hat sogar seine eigene Hütte geopfert, damit der Vogel ein Unterschlupf bekommt. In der Nacht da merkte der alte Mann jedoch wie erschöpft er war. Er hat dabei sich selbst vergessen. Er aß nichts, er trank nichts und er schlief kaum.

So ging er zum Grab seiner Familie und legte sich dazu. Er bereute nicht das er dem Vogel geholfen hat, er bereute nicht ihm ständig verziehen zu haben. Im Gegenteil, es tat im Leid den Vogel warten gelassen zu haben vor seiner Hütte. So entsprang eine Träne aus dem Auge des alten Mannes und er schloss seine Augen und schlief ein. Am nächsten Morgen erwachte der Vogel und wusste nicht wie ihm geschah. Er suchte den Mann vergeblich und merkte als er ihn sah wie viel Leid er ihm zugefügt hatte. Er merkte wie sehr er den alten Mann doch liebt und er die einzige Person war die ihn immer versorgt hat und sich dabei selber sogar vergessen hat. Er merkte wie viele Fehler er doch begann und das er die Zeit mit dem alten Mann zu wenig genutzt hat. So kam es zur Nacht, ganz allein auf der Insel wollte der Vogel es nicht wahrhaben. Und flog zum Grab der Familie. Es war sehr ruhig auf der Insel, der Wind wehte kaum und das Licht reflektiere idyllisch im Wasser in dieser Nacht. Der Vogel setze sich auf den Kopf des Mannes und schlief mit ihm ein.

Auch wenn es oft zu großen Problemen kam, der Vogel den Mann nicht schätze und der Mann dem Vogel nicht glaube - So war es was besonderes diese Freundschaft. Es fühlte beide mit Leben, Glück und Hoffnung auch in schlechten Zeiten. Es ist nicht das Aussehen, nicht der Charakter, es ist das Besondere was eine besondere Freundschaft ausmacht.

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Autor: LeMechantEnf

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