„Einer wie du und ich, total sympathisch. Ich dachte erst, dass wäre auch ein Fan”, so eine begeisterte Zuschauerin über Regisseur Marcus H. Rosenmüller. Noch bevor der neue Rosenmüller-Film ab Donnerstag, 22. Dezember, bundesweit in den Kinos zu sehen sein wird, hat Burghausen am Sonntag im ANKER-Filmtheater nicht nur den kompletten Film vorab sehen können – die Zuschauer erlebten den bayerischen Erfolgsregisseur auch hautnah.
„Sommer der Gaukler” ist das neue „Baby” von Rosenmüller. Im Mittelpunkt steht die reale Person Emanuel Schikaneder. Im Sommer 1780 reist er mit seiner Theatergruppe nach Salzburg, um vor Mozart aufzutreten. Er strandet mangels Geld und Spielerlaubnis in einem Bergdorf, in dem Bergleute revoltieren. Das inspiriert Schikaneder zu einem neuen Stück. Während er schreibt, entgleitet ihm die Kontrolle über sein Ensemble. Die Zuschauer bekommen das, was sie von Rosenmüller gewohnt sind: Viel Humor, Slapstick, Ironie und eine Prise Drama.
Normalerweise verlassen die meisten Zuschauer das Kino, während der Abspann läuft. Doch im ANKER ging es da erst richtig los. Die Leute klatschten und riefen den Regisseur, der beinahe schüchtern in grauem Pullover und Jeans vor sein Publikum trat. Er brachte auch seinen Schauspieler Maxi Schafroth mit. Zusammen beantworteten die beiden Fragen rund um den Film.
Dabei stellte sich heraus, dass auch ein Rosenmüller-Film keine Fließbandarbeit ist. „Die Arbeit an dem Film dauerte über vier Jahre”, so der bayerische Star-Regisseur, der mit dem Film „Wer früher stirbt ist länger tot” den Durchbruch schaffte. Doch von Star-Allüren war weit und breit nichts zu spüren.
Nach der Fragerunde luden Regisseur und Schauspieler ihr Publikum noch zu einer Autogrammstunde im Foyer ein. Jeder Wunsch wurde erfüllt und es gab Gelegenheit, mit den beiden ganz ungezwungen zu plaudern. Die Zuschauer waren sich einig: Rosenmüller ist vollkommen auf dem Teppich geblieben und weiß das zu schätzen, was ihn erst so erfolgreich gemacht hat: sein Publikum. Im Interview mit dem Wochenblatt sagte er: „Für mich ist es das Schönste, mit meinen Zuschauern zusammen zu kommen und selbst zu erleben, ob der Funke überspringt. Nur so kann ich selbst überprüfen wie das ankommt, wofür ich so lange gearbeitet habe.”
Ob der bayerische Erfolgsregisseur vielleicht bald wieder mal nach Burghausen kommt, ließ er offen. Seine Verbundenheit mit der Region bewies er bereits in seinem Film „Die Perlmutterfarbe” – dafür drehte er im ehemaligen Kloster in Raitenhaslach. Im Jahr 2012 will Rosenmüller pausieren und keinen neuen Film herausbringen. Aber: Das Ideensammeln für neue Projekte ist schon am laufen. „Ich muss mal schauen, was es derzeit für Romane über Altötting oder Burghausen gibt – vielleicht fliegt mir so eine gute Story für einen neuen Film zu”, so Rosenmüller im Interview. Eines ist schon jetzt sicher: Die Stadt Burghausen und die gesamte Region würde den sympathischen Regisseur jederzeit willkommen heißen.
„Sommer der Gaukler” läuft ab Donnerstag im ANKER.
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