07.08.2013 Aktötting

Mythos Meerjungfrauen:

Martin Pfaller erweckt Nixen zum Leben


Foto: Martin Pfaller/photographic art
Meerjungfrauen küsst man nicht, man kreiert sie: Ein Altöttinger fertigt Nixen-Kostüme

Wie kommt man denn nun auf die, naja, sagen wir mal, etwas sonderbare Idee, Meerjungfrauenkostüme zu fertigen? Diese Frage bekommt Martin Pfaller zur Zeit öfter gestellt. Dabei fällt die Antwort gar nicht so außergewöhnlich aus, wie der Lehrer und leidenschaftliche Fotograf erklärt: „Ich suchte ein Meerjungfrauenkostüm für ein Fotoshooting, habe das in Florida bestellt und bin dabei richtig auf die Nase gefallen.“

850 Euro hat der Spaß nämlich samt Zoll gekostet, und war von der Qualität her denkbar simpel und schlecht.  „Da ich handwerklich sehr geschickt und seit der Jugend begeisterter Modelbauer bin, habe ich das amerikanische Produkt zerlegt und mich daran gemacht, selbst ein Meerjungfrauenkostüm zu basteln. Nach nur einem Prototyp und vielen Tests in der Badewanne kann ich nun in Serie gehen.“

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Bi-elastischer Softshellstoff, besonderes Silikon und spezielle Farbe sind die Werkstoffe, die Pfaller für seine „fabelhaften“ Gebilde benötigt. Die erste Kundschaft für eine maßgeschneiderte „Meerjungfrau“ hat er übrigens schon, eine Dame aus Hamburg. Sie ist, wie viele Amerikaner auch schon, dem Hype um die Nixen verfallen, der seit der „Serie H²O – plötzlich Meerjungfrau“ entstanden ist.

In Amerika ist es zum Beispiel gar nichts Besonderes, dass sich Menschen im Nixenkostüm in die Fluten stürzen und das Gefühl, von einer so genannten Monoflosse getrieben im Wasser zu schweben, vollends genießen. Nixen-Trend kommt aus Amerika Pfaller denkt, dass dieser Trend auch nach Deutschland überschwappt: „Meerjungfrauen hatten schon immer etwas Faszinierendes, und wer wie ich einen Tauchschein hat, der kann verstehen, wie toll es ist, im Wasser zu schweben.“

Mit den Monoflossen, die in den Meerjungfrauen-Schwänzen verbaut werden, lässt es sich zudem auch ganz schön schnell schwimmen. Nur einen Nachteil hat die Flosse: „Die Bewegung an Land ist äußerst schwierig“, so der Künstler. „Unser Model haben wir zu den verschiedenen Locations getragen, das war bedeutend einfacher.“

Unterwasseraufnahmen mit den Meerjungfrauen sind übrigens als nächstes geplant, vielleicht sogar im Burghauser Freibad. Zu den Flossen gibt es natürlich auch die passenden Bikini-Oberteile: Bisher waren das echte Muscheln, um das Tragen aber bequemer zu machen, hat Pfaller nun real wirkende Muscheln aus Silikon gegossen. Mehr Infos über die außergewöhnliche „Flossenschmiede“ unter www.coloured-dreams.de.

Autor: Andrea Obele