03.02.2012 Burghausen
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Wie einst Michael Schumacher

Kleiner Rennfahrer im Kart

Michael Santos
Foto: Christa Latta
Michaels Traum ist die Formel 1. Mit seinen Erfolgen ist er auf dem besten Weg dorthin

Er ist gerade mal zehn Jahre alt und steuert einen Kart, der bis zu 120 Sachen schnell ist. Michael Santos aus Burghausen ist ein kleiner Rennfahrer und will ganz groß rauskommen. Mit vier Jahren hat ihn sein Papa zum ersten Mal mit auf den Rennplatz genommen. Mit sechs Jahren durfte er sich dann endlich selbst hinters Steuer setzen.

 

Michael ist in der Dominikanischen Republik geboren. Die Leidenschaft fürs Kartfahren wurde ihm praktisch in die Wiege gelegt. Auch sein Vater hat im Motorsport einige Pokale bei Rennen geholt. Als Sechsjähriger kam Michael mit seinen Eltern und seiner Schwester nach Burghausen. Hier besucht er derzeit die vierte Klasse der Hans-Stetthaimer-Schule.

 

Weil der Papa früher beim RSG Burghausen (Rennsportgemeinschaft) war, durfte Michael Santos dort sein erstes Schnuppertraining absolvieren. „Das war total aufregend und das Kart richtig schnell”, erinnert sich Michael. Er hatte Blut geleckt und wollte weitermachen und so entschied sein Vater: „Wir machen das.”

 

Er kaufte ein uraltes Rennkart und machte es wieder renntauglich. In der Zwischenzeit machte Michael in der Karthalle Marktl einen Kinder-Kart-Führerschein, lernte wie man so ein Gerät richtig bedient und sicher fährt. Ostern 2010 ging´s mit dem eigenen Kart auf die Bahn nach Ampfing.

 

Nach den ersten vorsichtigen Runden hat sich das kleine Renntalent schnell gesteigert, berichtet der Papa stolz. Und was ihm ganz wichtig ist, sein Junge fährt nicht mit Bleifuß sondern mit Hirn. Bei seinem ersten Rennen machte Michael gleich den sechsten Platz. Seither hat er jede Menge Erfolge erfahren können.

 

Mit seinem neuen Kart – 11 PS, 120 km/h Spitze – fährt er die Ein-Kilometer-Runde in Amping in nur 49 Sekunden. Kein Wunder, dass sich seine Mama da oft Sorgen um ihren Sohnemann macht. Zwar schützt sich Michael mit einem eigens vorgeschriebenen Kinderhelm und unter dem Rennanzug versteckt sich ein Brustpanzer, aber wenn es bei den Rennen so richtig zur Sache geht, kann es auch für kleine Rennfahrer schon mal brenzlig werden.

 

In seiner Altersklasse ist Michael Santos quasi in der Königsklasse angekommen. Im April startet die neue Saison, dann wird sich der „Rennzirkus Santos” wieder in Bewegung setzen. Geschlafen wird im umgebauten Opel Vivaro.

 

An Rennwochenenden ist samstags technische Abnahme der Karts, freies Training und Qualifying, sonntags Warm-up und Rennen. Einige Sponsoren tragen dazu bei, dass Michael seiner Leidenschaft nachgehen kann. Auf seinem Rennanzug sind übrigens noch einige Plätze für Sponsorenaufnäher frei!

 

2011 belegte Michael beim Süddeutsche ADAC-Kart Cup den 6. Platz in der Bambiniwertung. Die DAI (Deutschland, Austria, Italien) Trophy International beendete er mit Platz 1 in der Kategorie Bambini. Stolz ist er auf seine DMSB-Fahrerlizenz, mit der er heuer an den ADAC Kart Masters teilnehmen kann. Dank seinem Anzugsponsor F-Competition ist er dafür mit Startplatz 6 bereits fest eingeschrieben.

 

Welche Ziele der Zehnjährige sonst noch hat: „Irgendwann in der Formel 1 fahren.”



Autor: Christa Latta
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