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14.03.2012 Burghausen

15.000 Euro für internationale Bigband

Red Balloon gewinnt Nachwuchs-Jazzpreis


Big Band mit Musikern aus Deutschland, Österreich und Russland hat den 4. Europäischen Nachwuchs-Jazzpreis gewonnen

Vom einstigen Geheimtipp hat sich die Endausscheidung um den Burghauser Nachwuchs-Jazzpreis längst zum Publikumsliebling entwickelt.

 

Der Stadtsaal platzte am Dienstagabend, 1. März, aus allen Nähten als sich die fünf Finalisten Harmzone und MiR aus Deutschland, Raphael Jost und Band aus der Schweiz und die international besetzten Formationen Olaf Lind Quartet und Red Balloon dem Publikum und vor allem der Jury präsentierten.

 

Der künstlerische Leiter der Jazzwoche, Joe Viera, hatte mit Roland Spiegel (Musikredakteur für Jazz und Klassik beim Bayerischen Rundfunk), Ralf Dombrowski ( Musikjournalist Süddeutsche Zeitung) und Reinhard Köchl (Musikjournalist Jazzthing, Augsburger Allgemeine) wieder drei kompetente Männer in die Jury geholt.

 

Wahrscheinlich wäre es für sie leichter gewesen, Äpfel mit Birnen zu vergleichen als die Musik der fünf Musikgruppen. Denn nicht nur deren Stile klafften stilistisch weit auseinander, sondern auch in der Besetzung hätten sie nicht unterschiedlicher sein können: Vom klassischen Jazztrio mit Klavier, Bass und Schlagzeug bis zur Big Band reichte das Spektrum.

 

20 Minuten lang durften die Bands ihr Können zeigen. Reichlich Beifall gab es für alle jungen Jazzer, die durchwegs auf hohem künstlerischen Niveau musizierten. Besonders heftig applaudierten die Zuhörer dem Schweizer Pianisten und Sänger Raphael Jost. Mit seiner ungewöhnlichen Stimme hinterließ Jost auch bei der Jury Eindruck, weshalb sie vom Angebot von Bürgermeister Hans Steindl Gebrauch machte, neben dem Nachwuchs- Jazzpreis auch einen Preis für einen herausragenden Solisten zu vergeben. Dieser mit 1.000 Euro dotierte Preis ging an Raphael Jost.

 

Das beste Gesamtpaket des Abends bot für die Jury die zahlenmäßig stärkste Band des Wettbewerbs. Red Ballon überzeugte mit gelungenen Kompositionen und raffinierten Arrangements ebenso wie mit grandiosen Soli. Von den 15.000 Euro Preisgeld erhält die Band 5.000 Euro in bar. Die restlichen 10.000 Euro können die Musiker jederzeit abrufen, beispielsweise um Kosten für Noten, CD-Produktionen oder ähnliches begleichen zu können.

 

Außerdem darf Red Balloon am Mittwoch, 14. März, die 43. Burghauser Jazzwoche eröffnen. Dabei werden sie in der Wackerhalle zusammen mit der Jazzkantine und dem Posaunisten Nils Landgren und dem Saxofonisten Pee Wee Ellis auf der Bühne stehen.

Autor: Robert Piffer

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