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18.06.2012 Altötting

Nur ein Mensch hat das bisher geschafft

Maxi (22) möchte den Bodensee durchschwimmen


Der Student aus Altötting hat sich was Extremes vorgenommen: 64 Kilometer Nonstop schwimmen in 24 Stunden

„Nach zwei bis drei Stunden im Wasser tut Dir alles weh. Aber das ist nur die Faulheit des Körpers. Die musst Du überwinden.”

Maximilian Melyarki hat Vertrauen in seinen Körper. Er will  Ende August etwas wagen, was bisher nur ein Mensch vor ihm geschafft hat: Er will den Bodensee längs durchschwimmen.



„Hat man seinen inneren Schweinehund überwunden und schwimmt weiter, kommt man irgendwann in eine Art Trancezustand. Es ist fast so als würdest Du im Wasser schlafen.”



Sein Studium, das der Altöttinger gerade in Hof absolviert, ist eigentlich ein trockenes. Maximilian studiert Wirtschaftsrecht. Seine Liebe zum nassen Element ist dazu ein guter Kontrast, findet er. Diese Liebe hat er schon seit seiner Jugend. Mit 15 Jahren wurde er deutscher Meister im Rettungsschwimmen, 2010 schwamm er an einem Stück 52 Kilometer und konnte damit 418 Euro für den Maria-Ward-Kin­dergarten in Altötting sammeln.


Auch sein neuestes Vorhaben dient einem guten Zweck. Maxi ist im Moment auf der Suche nach Sponsoren, die pro geschafftem Kilometer eine gewisse Summe zahlen. Das Geld wird dann der „Schutzhöhle e.V.” in Hof zugute kommen, einer Beratungsstelle für die Opfer von Kindesmissbrauch. Einige Sponsoren haben der Student und sein Unterstützungsteam, bestehend aus Mitstudenten, schon an Land gezogen. Es dürfen aber gerne noch mehr sein ...


Die Sache mit der Geldspende hat für Maxi einen motivierenden Effekt:


„Nach einigen Stunden im Wasser würde ich mir sagen: Maxi, hör auf, es tut doch einfach nur noch weh. Durch die Sammelaktion denke ich mir: Es gibt Geld für jeden Kilometer also weiter, weiter, weiter.”


An Motivation kann der 22-Jährige wahrlich nicht genug haben, denn sein Vorhaben ist im wahrsten Sinne des Wortes extrem.
Einer einzigen Schwimmerin, der 30-jährigen Sandra Albrecht, gelang 2001 das beinahe Unschaffbare. Sie hält noch immer den Weltrekord.


Der bekannte Extremschwimmer Bruno  „Orca” Dobelmann scheiterte heuer bei dem Versuch ihr den Rekord abzujagen. Er hatte es im vergangenen Jahr als erster Mensch geschafft, von Puttgarden auf Fehmarn nach Rødby auf der dänischen Insel Lolland zu schwimmen und wieder zurück.


Jetzt will Maxi Melyarki sein Glück versuchen und zwar unter den selben Bedingungen wie Albrecht und Dobelmann. Das bedeutet: Kein Neoprenanzug sondern nur eine Badehose, eine Badekappe und eine Schwimmbrille. Er darf sich weder am Begleitboot festhalten noch sonst irgendwo.

Das Wasser ist zwischen 16 und 18 Grad kalt.


Das Essen nimmt der 22-Jährige in kurzen Pausen im Wasser ein. Die Getränke werfen ihm Helfer vom Boot aus zu und die Speisen werden ihm mit einem Kescher gereicht.
Um seinem Körper schnell viel Energie zuzuführen bevorzugt er kohlenhydratreiche Kost: Kaffee mit viel Zucker, Zitronenpulvertee, Brot und Bananen.


„Die Essenspause darf nur nicht zu lange dauern, sonst meldet sich Dein Körper wieder mit Schmerzen zurück.”


Ein Beiboot begleitet den Altöttinger auf seinem 24-Stunden-Schwimmmarathon. Darin befindet sich auch ein Schiedsrichter, der auf die Einhaltung der Regeln achtet.


Schafft der 22-Jährige den Wahnsinnstripp, ist er offizieller neuer Rekordhalter. Da kann man nur die Daumen drücken.

 

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Autor: Mike Schmitzer

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