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06.06.2012 Unterneukirchen

Übel beschimpft und bedroht:

Unterneukirchnerin wehrt sich


Kein Kavaliersdelikt: Miriam G. zeigt Vorfall bei der Polizei an und wehrt sich öffentlich

Der Schreck war groß am Freitag, 1. Juni: Als Miriam G. ihre Haustür im Unterneukirchner Ortsteil Gasteig öffnete, entdeckte sie einen Zettel: „Irgendjemand hat den Zettel an die Tür geklebt. In übelster Wortwahl werden mein Lebensgefährte und ich beschimpft. Außerdem wird damit gedroht, unsere drei Hunde mit Rattengift zu vergiften”, so die junge Frau.


Der oder die unbekannte Schreiber(in) des Drohbriefes forderte das Paar sogar dazu auf, Gasteig zu verlassen. Grund für die so genannte „letzte Warnung” ist offenkundig das Gebell der drei Hunde: „Unser Yorkshireterrier Gismo ist mit 12 Jahren schon recht betagt. Erst sechs Monate alt und entsprechend lebhaft ist unser Biever-Yorkshire Chicco. Außerdem lebt noch seine Mutter Gina bei uns”, so die Hundebesitzerin. Sie räumt ein, dass die drei tagsüber ständig im Garten frei herumlaufen können: „Natürlich bellen die Hunde dann auch mal, vor allem Chicco, wenn er einen Vogel sieht. Aber seit wir hier eingezogen sind im Februar hat sich noch keiner der Nachbarn bei uns beschwert, dass es ihm zu laut sei.”


Im übrigen habe in Gasteig fast jeder zweite einen Hund: „Und wenn einer anfängt zu bellen, dann geht das halt reihum.”
Gemeinsam mit ihrem Partner ist Miriam G. entschlossen, sich weder die üblen Beleidigungen noch die Bedrohung gefallen zu lassen: „Wir haben den Vorfall bei der Polizeiinspektion in Altötting angezeigt und Anzeige gegen Unbekannt wegen Beleidigung erstattet. Wie uns die Beamten erklärten, wird der Fall an die Hundestaffel in Traunstein und an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet. Sollte unseren Hunden tatsächlich etwas getan werden, wäre das ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz, der geahndet würde.”


Offensiv haben Miriam G. und ihr Partner auch ihre unmittelbaren Nachbarn und den Stammtisch im benachbarten Gasthaus zu dem Vorfall befragt: „Leider hat niemand was gesehen. Aber es hat auch keinen gegeben, der sich von unseren Hunden belästigt gefühlt hat.”
Selbstverständlich machen sich die beiden nun Sorgen um das Wohlergehen ihrer drei Lieblinge und nehmen den Vorfall nicht auf die leichte Schulter: „Man hat schon ein ungutes Gefühl. Wir haben jetzt eine selbstauslösende Überwachungskamera installiert und werden auch eine Sichtmauer am Zaun errichten. Ich finde es unglaublich traurig, wenn sich jemand zu so etwas hergibt”, so die junge Frau.
Auf keinen Fall aber wollen sie und ihr Lebenspartner sich von dem Drohbrief beeindrucken lassen: „Wir werden auf gar keinen Fall wieder wegziehen, wir haben schließlich viel Geld in die Wohnung investiert. Auch zu den Leuten hier in Gasteig haben wir ein ganz normales, freundliches Verhältnis”, betonen sie.


Sollten Anwohner aus Gasteig Beobachtungen gemacht haben, wer den üblen Brief an ihre Tür gehängt hat, so bitten sie um Hinweise. Denn eins ist klar: Ein Kavaliersdelikt ist dieser beleidigende Drohbrief auf gar keinen Fall.

Autor: Gina Parchatka

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