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11.07.2012
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Die Top-5-Aufreger eines Schwimmbadbesuchs


Vom "Schweiß-Yeti", dem Pubertier und anderen Plagen

Passend zur Jahreszeit ist es wieder höchste Zeit für eine Hass-Top-Liste. Heute beschäftige ich mich mit Dingen, die jeder Schwimmbadbesucher kennt und (vermutlich) nicht unbedingt prickelnd findet ...

1. Der Fußgummi
So wie Pommes, Eis und diese knallbunten Brausestangen, sind Kaugummis ein „must have” für junge Badegäste. Die Kaugummis werden dann bevorzugt mitten auf den Gehweg gespuckt. Mindestens einmal im Jahr trete ich in einen solchen hinein. Kennen Sie dieses Gefühl, wenn sich der Kaugummi wie ein klebriger Faden zwischen Boden und Fußsohle dehnt? Das verzweifelte Abstreifen der ekligen Masse in der nächsten Grasfläche funktioniert nicht wirklich gut, so dass beim Heimgehen die Fußsohle immer für einen kurzen Moment an dem Flip-Flop festklebt. Klack, klack, klack. Daheim bleibt dann nichts anderes übrig, als dem Kaugummi mit Nagellackentferner zu Leibe zu rücken.

2. Der Schweiß-Yeti
Er ist über und über mit Haaren bedeckt, auf der Brust, an den Armen, am Bauch, am Rücken – nur sein Kopf ist kahl. Seinen fülligen Körper lässt der Schweiß-Yeti so lange in der prallen Sonne grillen, bis dieser über und über bedeckt ist mit glänzenden Schweißperlen. Dann richtet sich der Koloss ächzend auf, marschiert an der Dusche vorbei direkt zur Einstiegsleiter des Schwimmerbeckens und lässt sich hineingleiten. Auf dem Weg zurück zu seinem Handtuch, benutzt der Schweiß-Yeti dann die zuvor ignorierte Dusche – vermutlich mag er das Chlor nicht auf seiner zarten Haut.

3. Der Klemmi und der Anti-Klemmi
Das Umziehen im Schwimmbad ist für manche Leuten ein ganz besonderes „Ding”. Da gibt es den Klemmi, der noch aus Omas Zeiten eine handgenähte Überziehkabine mit Gummiband besitzt und sich mit wilden Verrenkungen abmüht, darunter seine Badeshort hochzustreifen. Seine Blicke wandern währenddessen gehetzt von einer Decke zur nächsten. Das genaue Gegenteil – aber nicht weniger nervig – ist der Anti-Klemmi, der sich extra so posiert, dass er von vielen Badegästen gesehen wird und dann beim gemächlichen Umziehen sein bestes Stück baumeln lässt. Ich frage mich: Wozu gibt es eigentlich Kabinen?

4. Das Pubertier
Nirgendwo lässt sich das Balzgehabe der Teenager besser beobachten, als im Freibad. Burschen mit aufgeblasenen Muskeln – geht man eigentlich jetzt schon mit 14 ins Fitnessstudio? – gebärden sich am Beckenrand wie Neandertaler, rangeln, boxen und schubsen sich ins Wasser, verfolgt von den anerkennenden Blicken der weiblichen Pubertiere. Gerne werden auch diese, während sie künstlich kreischen, von den Burschen umklammert und ins Wasser befördert, wo sie dann gleich noch getaucht werden. Natürlich dient das Ganze nur einem Zweck: Sich dem anderen Geschlecht körperlich anzunähern. Dafür müssen die anderen Badegäste doch Verständnis haben – oder nicht?

5. Der Schlatz
Der Schlatz ist etwas, das proportional zur Zahl der Badenden in einem Becken zunimmt. Es ist eine unerklärliche, undefinierbare Substanz, die man auf der Haut spürt, wenn man ins Nichtschwimmerbecken eintaucht. Der Schlatz riecht irgendwie komisch und hängt sich in den Bartstoppeln ein. Zwischen den Fingern fühlt sich der Schlatz irgendwie – na ja eben schlatzig an. Und wissen Sie was: Ich will gar nicht wissen, wo der Schlatz eigentlich herkommt.

Eine schöne Woche und lassen Sie sich den Badespaß trotzdem nicht verderben.

 

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Autor: Mike Schmitzer