10.11.2017, 14:28 Uhr

Lebendiges Brauchtum Wolfauslasser-Spektakel in Bodenmais


„Wolfauslasser und Martiniläuter“ sind in diesen Tagen nicht nur in Rinchnach unterwegs. Nach dem schon weit legendären Treffen in „Klousta“ wird sich morgen, Samstag, der Markt Bodenmais zu einer zweiten Hochburg verwandeln, zu einem Ort eben, in dem verschiedene Gruppen diese Tradition pflegen und erhalten.

BODENMAIS Dafür stehen die 1. Bodenmaiser Wolfauslasser, die „Heuern“ und die „Hewerler“, mittlerweile sind auch die „Federler“ dazugekommen – und es ist wieder mit lautstarker Unterstützung durch einem „Wolf“ aus dem Zellertal zu rechnen. Höhepunkt des Spektakels ist das große „Zusammenläuten“ der Gruppen am morgigen, Samstagabend gegen 22 Uhr auf der Kuhbrücke in Bodenmais. Mehr als 1000 Zuschauer verfolgten in den vergangenen Jahren das Geschehen.

Sind jetzt die Gruppen fest etabliert, so gründeten die 1. Bodenmaiser Wolfauslasser e. V. schon am 27. September 1979 einen eigenen Verein. „Die Mitglieder haben sich dem Brauchtum verschrieben“, heißt es in den Statuten dieser Gemeinschaft, die sich zu einem ansehnlichen Traditionsverein des Ortes entwickelte. Längst davor waren die „Heuern“ schon in aller Munde. Der bereits verstorbene Siegi Haller hob die Gruppe bereits 1974 mit weiteren Initiatoren aus der Taufe, wie sein Cousin Christian Haller erzählt. Daraus ist im Laufe der Jahre eine starke Gruppe entstanden, die Bodenständigkeit liegt ihnen im Gemüt und alle notwendigen Kosten bestreiten sie in Eigenfinanzierung. Kein Wolfauslassen in Bodenmais ohne die „Hewerler“ zu vergessen, die mit den „Federlern“ auch eine Säule des Traditionsbewusstseins bilden. Viel Geld wird jährlich aufgewendet, was dem Brauchtum dienlich ist – von allen Gruppen!

Das Wolfauslassen stammt aus einer Zeit, als die Hirten das Vieh auf den Bergweiden und Wiesen des Bayerischen Waldes von Bären und Wölfen schützen mussten. Das ist der eigentliche Ursprung dieses Brauchtums, das alljährlich Zuschauer aus nah und fern anzieht – und das meistens bei Minusgraden. Außerdem hat der Hirte in zeitlichen Abständen mit der „Goaßl“ geschnalzen, um damit die Raubtiere abzuschrecken. Im Spätherbst wurden die Kühe von den Almen in die heimischen Stallungen ins Tal getrieben – das haben die Bodenmaiser mit dem Schachtenfest am Peterhof zu Erntedank gefeiert. Florian Mühlbauer, Vorsitzender der 1. Bodenmaiser Wolfauslasser e. V., führt mit dem Verein die Erinnerung an die „gute alte Zeit“ fort. Er ist froh darüber, dass auch aus den jüngeren Reihen traditionsbewusster Nachwuchs kommt und freut sich auch über die gelungene Initiative seines Vorgängers Josef Saller, dem „Peterbauern-Joe“, der aus dem Wolfauslasser-Verein heraus eine separate Dreschergruppe ins Leben rief. Unverzichtbar sind die Auftritte der Wolfauslasser und Goaßlschnalzer und auch den Dreschern bei den Bodenmaiser Heimatabenden geworden. Für Martini 201/ liefen die Vorbereitungen auf vollen Touren, jetzt geht’s in die Endphase. Und alle Beteiligten und Zuschauer dürfen gespannt sein, wenn es aus Hirters Munde heute, Samstag, auf der Bodenmaiser Kuhbrücke wieder heißt: „Buam seid`s olle do?“.


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