11.11.2017, 14:46 Uhr

In Zeiten des Wandels Werte anbieten Unterländer für Stärkung des politischen Katholizismus

„Den Menschen sollte man in Zeiten des Wandels Werte anbieten“, so der Vorsitzende des Landeskomitees der Katholiken in Bayern. (Foto:123rf.com)„Den Menschen sollte man in Zeiten des Wandels Werte anbieten“, so der Vorsitzende des Landeskomitees der Katholiken in Bayern. (Foto:123rf.com)

„Den Menschen sollte man in Zeiten des Wandels Werte anbieten“, so der Vorsitzende des Landeskomitees der Katholiken in Bayern.

MÜNCHEN / FREISING Angesichts der vielfältigen gesellschaftlichen Herausforderungen fordert der Vorsitzende des Landeskomitees der Katholiken in Bayern, Joachim Unterländer, ein verstärktes „Einbringen des politischen Katholizismus, der ja unser Land mit seinen Werten jenseits einer parteipolitischen Orientierung beim Aufbau maßgeblich mitgeprägt hat“.

Gerade in Zeiten des Wandels und der Unsicherheiten etwa durch die so genannte digitale Revolution, durch Flucht und Migration oder durch die demographische Entwicklung komme Werten eine besondere Bedeutung zu. Dazu gehöre vor allem auch ein „klares Bekenntnis zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung“, sagte Unterländer in seinem Bericht bei der Herbstvollversammlung des Landeskomitees am Samstag, 11. November, in München.

 

Konkrete Werte und Positionen, für die sich das Landeskomitee aktuell stark mache, seien „der unbedingte Lebensschutz auch in Gentechnik und Biotechnologie“, der „unverbrüchliche Wert ehelicher Lebensgemeinschaften“, der Schutz des Sonntags sowie die Beibehaltung der bisherigen Ladenschlusszeiten: „Der Ladenschluss darf nicht weiter aufgeweicht werden“. Daneben ist nach Ansicht von Unterländer das Verhältnis zu Israel und dem jüdischen Glauben von großer Bedeutung: So habe man den Vorschlag des Präsidenten des Zentralrats der Juden unterstützt, im Rahmen der Integrationsbemühungen auch einen Besuch von KZ-Gedenkstätten und eine intensivere Information über den Holocaust zu berücksichtigen.

 

Darüber hinaus kündigte Unterländer ein Konzept zur Zukunft der katholischen Krankenhäuser an, in dessen Mittelpunkt das katholische Profil der Einrichtungen, die Qualität der Pflege sowie die besondere Bedeutung der Palliativmedizin und des Lebensschutzes stehen müssten. Als ein weiteres Projekt stellte der Landeskomitee-Vorsitzende ein jugendpolitisches Forum in Aussicht, mit dem das Landeskomitee seine Kooperation mit den Jugendverbänden stärken möchte.

 

Abschließend sprach sich Unterländer für mehr Frauen in kirchlichen Führungspositionen und den Diakonat der Frau, weitere Dialogprozesse über die Familie im Zusammenhang mit „Amoris Laetitia“ und ein „Annehmen der Menschen in der Vielfalt der Lebensverhältnisse“ sowie eine „Revitalisierung der katholischen Soziallehre“ mit Blick auf die Digitalisierungsprozesse in Wirtschaft und Gesellschaft aus.

 

Neben Unterländer berichteten auch die weiteren Präsidiumsmitglieder des Landeskomitees. Michael Eibl verwies auf die anhaltende Bedeutung der Themen Flucht, Migration, Entwicklungspolitik und Integration, Monika Meier-Pojda gab mit dem Thema „Digitalisierung und die Gestaltungsmöglichkeiten für Christen“ einen Ausblick auf die Frühjahrsvollversammlung 2018, Elfriede Schießleder warnte vor einer Gefährdung durch Altersarmut insbesondere bei Frauen und Prälat Walter Wakenhut erinnerte daran, wie entscheidend es sei, den Menschen in den Mittelpunkt kirchlichen und gesellschaftlichen Handelns zu stellen.


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