„Mein Leipzig lob ich mir. Es ist ein Klein-Paris und bildet seine Leute“, dichtete Goethe in seiner berühmten Tragödie Faust. Der Dichterfürst setzte damit seinem Studienort Leipzig ein schriftstellerisches Denkmal. Die Szene spielt in Auerbachs Keller, der schon im 16. Jahrhundert ein beliebtes Weinlokal war und heute eine der Touristenattraktionen der größten Stadt Sachsens ist. Neben Ost-Berlin und Dresden hat sich wohl keine Stadt in der ehemaligen DDR so sehr gewandelt wie Leipzig. Im Rahmen der Montagsdemonstrationen waren ihre Bürger 1989 maßgeblich an der friedlichen Revolution beteiligt und nach der Wende erlebt die traditionell kulturreiche Stadt eine neue Blütezeit.
Handel im Wandel
Leipzig war bereits im 12. Jahrhundert ein bedeutendes Messe- und Handelszentrum, beherbergt eine der ältesten Universitäten Deutschlands und hat durch das Wirken Johann Sebastian Bachs und Felix Mendelssohn Bartholdys Musikgeschichte geschrieben. Das Gewandhausorchester und der Thomanerchor stehen noch heute in dieser bedeutenden musikalischen Tradition.
Die erste Sehenswürdigkeit erwartet den Reisenden bereits bei der Ankunft am Hauptbahnhof. Der größte Kopfbahnhof Europas erstrahlt seit seiner Sanierung nach der Wiedervereinigung in neuem Glanz. Die auf zwei Ebenen angelegte Promenade lädt mit ihren 140 Geschäften und ihrer wunderschönen Architektur zu einem ausführlichen Einkaufsbummel ein. Aber auch die Innenstadt ist für Shopping-Fans ein gutes Pflaster. In der Mädler oder der Königshaus- und Messehofpassage finden sich viele höherpreisige Boutiquen und Geschäfte.
Kultur pur und Natur
Kulturinteressierten bietet die Altstadt viele bedeutende Sehenswürdigkeiten in unmittelbarer Nachbarschaft. Dazu zählen das Alte Rathaus und viele weitere Renaissancebauten, die Nikolaikirche, die Ausgangspunkt der friedlichen Revolution war, die Thomaskirche, das Gewandhaus und die Oper. Ausruhen kann man sich nach dem Stadtrundgang in der Parkanlage des Promenadenrings, der das Zentrum umschließt. Oder man macht einen Ausflug in die Umgebung an das Leipziger Neuseenland. Wo einstmals der Braunkohletagebau triste Grubenlandschaften hinterlassen hat, sind heute attraktive Naherholungsgebiete zu finden. Der Cospudener See, im Volksmund „Costa Cospuda“ genannt, ist ein Paradies für Wassersportler und lockt Badegäste mit Sachsens größtem Sandstrand.
Auf dem Rückweg in die Stadt kann man dem Völkerschlachtdenkmal einen Besuch abstatten. Das bekannteste Wahrzeichen Leipzigs erinnert an die Befreiung Europas von der Gewaltherrschaft Napoleons durch die Truppen Österreichs, Preußens, Russlands und Schwedens im Oktober 1813 und bietet von seiner Aussichtsplattform einen einmaligen Blick über die ganze Stadt.
Weiterführende Links
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