10.11.2017, 11:49 Uhr

Landshuter Schandmaul Rampf heißt jetzt Harthammer und der Deimer trägt einen Spitzbart


Ja verreck, was ist denn da los? In der Rathausgalerie ist offenbar einiges durcheinander geraten, was die Oberbürgermeister betrifft. Das Landshuter Schandmaul Röckl hat‘s freilich bemerkt. Außerdem: Der Haslinger macht Karriere als Kaltwassergriller.

LANDSHUT Vor ein paar Tagen bin ich frühmorgens total übermüdet aus dem Röcklturm gestolpert. Ich habe schnell einen Finger in die Isar gestreckt und war gleich hellwach. Die Isar – neun Grad! Brrrrr! Echt saukalt! Aber stellt Euch vor: Andere halten derzeit nicht nur Finger, sondern gleich ihre Kaasfiaß ins kalte Wasser. Vor allem Landjugenden, Dorffeuerwehren oder Stopselclubs. Eine echte Challenge, sag ich Euch. Neben ihren Füßen stellen die Akteure dann noch einen Grill ins Dorfbacherl. Einen Grill mit Bratwürscht, wohlgemerkt! Die ganze Aktion heißt dann „Kaltwassergrillen“. Manchmal werden die Würschtl für einen wohltätigen Zweck verkauft und manchmal fließt auch Freibier. Manchmal ist es einfach nur so als Gaudi. Gott sei Dank gibt es bei uns in Landshut den Isarspitz – und die Junge Union. Die macht das Ganze jetzt – endlich – bei uns „Städterern“ salonfähig. So rund um Halloween haben der Haslinger Thomas (genau: der CSU-Kreisvorsitzende) und der Schnur Ludwig (richtig: der JU-Chef) mit anderen Kneipp-Jüngern ihre Quadratlatschen mit Isarwasser bedeckt. Inklusive Grill und Würscht. Ja, sowas von lustig soll`s gewesen sein. Nur der Radlmeier Helmut hätt` da noch gefehlt. Aber wohl andere Zielgruppe, sagen Facebook-Fotos. Und um eine Brotzeit soll es auch noch gegangen sein. A Challenge halt…

Der Thomas war auf jeden Fall gleich so hin und weg, dass er ganz verträumt nicht seiner Karina, sondern einem Schwan hinterhergeschaut hat. Ich hab gleich Angst gekriegt, dass der – nicht der Schwan, der Thomas! – vielleicht umkippt oder blau im Gesicht wird. Wegen der neun Grad in der Isar! Aber nix da, in Sachen „kalte Füße“ hat der Thomas kein Problem.

Manchmal wäre es aber wohl doch nicht schlecht, vor allem für ihn selbst, wenn der Dr. Haslinger kalte Füße kriegen würde. Zur Zeit ist er nämlich dabei, sich in einem Anfall von Hybris (Größenwahn) um Kopf und Kragen zu reden. Seit der Bundestagswahl pulvert der Haslinger gegen den Seehofer, was das Zeug hält. Das kann folgenlos bleiben, aber eben auch böse ins Auge gehen. Nämlich dann, wenn die Palastrevolution der Jungen Union gegen König Horst nicht klappt. Verborgen geblieben ist Haslingers Krawallkurs innerhalb der CSU jedenfalls nicht. Auf der Kreisvorstandssitzung hat der Rampf Hans jetzt dem Haslinger die Leviten gelesen. Es gehört sich einfach nicht für so einen Jungspund, der sich seine Sporen in der Politik erst noch verdienen muss, so eine dicke Lippe zu riskieren, sagt der Hans. Richtig z‘amgschissen soll der Rampf den Haslinger haben. Ich bin ja mal gespannt, ob‘s was gebracht hat und wie es mit dem Seehofer weitergeht. Wenn er nicht abgesäbelt wird, könnte das für Dr. Tom und seine CSU-Karriere unangenehm werden. Macht aber nix. Er kann dann ja noch immer professioneller Kaltwassergriller werden und verträumt den Schwänen nachschauen.

35 Jahre haben die Landshuter den Deimer als OB gehabt, dann knapp 12 Jahre den Rampf. Und auch vor den beiden soll’s schon Landshuter Oberbürgermeister gegeben haben. Alle hängen sie jetzt in der Galerie vor dem Sitzungssaal im Alten Rathaus. Also vielmehr die Bilder. Jetzt gibt‘s doch tatsächlich Menschen, die sich an der Größe des Rampf‘schen Portraits stören, weil das nämlich größer ist als das vom Deimer. Der Schnur hat das gleich auf seiner Internetseite thematisiert und auf Facebook gepostet. Ob es jetzt ein Affront ist, dass der Rampf ein größeres Bild hat als der Deimer, das muss jeder selbst entscheiden. Die Größe allein, also die vom Bild, sagt für gewöhnlich ja noch nix aus. Vielleicht hat der Maler einfach keine kleinere Leinwand gehabt. Bemerkenswert finde ich ganz was anderes: dass da beim Aufhängen der gemalten OB-Köpfe was gründlich durcheinanander gegangen ist. Jedenfalls passen die Namensschilder nicht zu den Gemälden. Unter dem Rampf steht Max Harthammer, der von 1845 bis 1864 Bürgermeister war. Über dem Namensschild vom Deimer hängt einer mit Spitzbart und Schnäutzer, den ich gar nicht kenne. Schon ein bisschen peinlich das Ganze. Allerdings bringt mich das auf eine Idee. Ich könnte doch auch ein Bild von mir in die Rathaus-Galerie reinschmuggeln. Würde bestimmt keiner Sau auffallen – solange es nicht zu groß ist. Jetzt hat mir aber einer aus dem Rathaus gesagt, dass das ja nur eine Testphase ist, wer also neben wem gut ausschaut. Den Rampf haben S‘ jedenfalls schon wieder abmontiert. Vor dem nächsten Plenum soll er dann offiziell aufgeknüpft, äh, -gehängt werden.

Bis bald, Euer Röckl


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