14.11.2017, 21:04 Uhr

Jetzt ist er wunderschön Burghauser Christbaum trotzt den Kritikern

Die Bild fand den Baum aus Burghausen nicht sehr prickelnd (Foto: Ausriss Bild)Die Bild fand den Baum aus Burghausen nicht sehr prickelnd (Foto: Ausriss Bild)

Der Baum stand noch nicht richtig, da sorgte er schon für Negativschlagzeilen - zu Unrecht

BURGHAUSEN/MÜNCHEN Solche Schlagzeilen, wie jene der „Bild München“ vom 9. November 2017 kommen in Burghausen nicht gut an: „Vier Millionen Christbäume in Bayern - musste es dieser sein?“

Die Boulevardzeitung bemängelte, dass der Baum lang und dürr sei mit, so wörtlich „nicht viel dran in der Mitte und untenrum ziemlich zerknautscht“.

Schon ein bisschen gemein, oder? Immerhin haben sich die Burghauser so viel Mühe gegeben, den passenden Baum für die feine Hauptstadt zu finden. Der Allgäuer Baum vom letzten Jahr wurde von der „Bild“ in den Himmel gelobt: „So schön ist unser neuer Christbaum“, titelte das Blatt damals. Und heuer befürchtete man in der Redaktionsstube gar ein „Oh Pannenbaum“.

Die Äste mussten sich natürlich erst aushängen

Aber wie lautet ein beliebter Zeitgeistspruch: „Am Ende wird alles gut, und wenn es nicht gut ist, ist es auch noch nicht das Ende.“

Feierliche Baumübergabe: (v.l.) Herzog Frank Wagenhofer, Bürgermeister Hans Steindl, Zweiter Bürgermeister von München Josef Schmid und Herzogin Gerlinde Wagenhofer. (Foto: Königseder)

Der Baum wurde natürlich für den Transport zusammengeschnürt und die Äste mussten sich erst langsam wieder aushängen. Ein bisschen Geduld sollte man schon aufbringen, für die Weihnachtsfichte, und nicht gleich losplärren, nur damit etwas geschrieben ist ... Inzwischen hat sich der Burghauser Baum auf dem Marienplatz im wahrsten Sinne des Wortes entfaltet und sieht wunderbar aus.

Beworben hatte sich Burghausens Bürgermeister Hans Steindl als „Christbaumspender“ schon vor 15 Jahren. Der Abteilungsleiter war nämlich zufällig ein Namensvetter. So brachten die beiden Hans Steindls das „Steindl“ gemeinsam ins Rollen und 2017 kam die Salzachstadt endlich zum Schuss.

Die serbische Fichte stand übrigens nicht in einem Burghauser Waldstück, sondern in einem Privatgarten. 1969 hatte das Ehepaar Annemarie und Georg Rott die Fichte von der Baumschule Lauche erworben und einpflanzen lassen. Da war das Bäumchen etwa 14 Jahre alt. Heute ist die Fichte stolze 62 Jahre alt und 24 Meter hoch.

Altersentsprechend hat die Fichte „untenrum“ etwas zugelegt und musste von den Münchner Feuerwehrlern erst einmal zurecht geschnitzt werden, damit der Stamm in das 60-Zentimeter-Loch im Boden passte.

Dass der Baum so schön gewachsen ist, hängt mit „dem Segen von oben“ zusammen, weiß Landschaftsgärtner Armin Lauche. „Die Omorica-Fichte verdankt ihren guten Wuchs dem Standort am Fuße von Marienberg. Von dort fließen nämlich unterirdische Quellen ins Tal und liefern ausreichend Bewässerung.“

Voller Stolz übergab Burghausens Bürgermeister Hans Steindl den stattlichen Baum auf dem bevölkerten Marienplatz dem zweiten Münchner Bürgermeister Josef Schmid. Dieser bedankte sich für die Baumspende, die in München bereits seit 1977 Tradition hat. „Eine besondere Freude ist es, die herzogliche Familie aus Burghausen dabei zu haben“, zeigte sich Schmid angetan vom festlich gewandeten Herzogspaar, das Steindl begleitet hatte.

„Das Baureferat wird wieder zwischen 2.500 und 3.000 Lichter am Baum anbringen“, freute sich Bürgermeister Schmid. Diese würden am Montag, 27. November, um 17 Uhr zur Eröffnung des Christkindlmarkts eingeschaltet.

Bis 6. Januar 2018 bleibt der Burghauser Christbaum festlich beleuchtet. Während dieser Zeit darf sich die Stadt Burghausen dort präsentieren und wird touristisch kräftig die Werbetrommel rühren. Geschäftsführerin Sigrid Resch bereitet schon den Glühweinausschank vor.

Danach ist eine Zweitverwertung als Maibaum geplant.

Ende gut, alles gut.


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