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25.04.2012 Regensburg
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Tagung an der Universität

Architektur zwischen Forschung und Öffentlichkeit


Am Samstag, den 28. April 2012, veranstaltet der Themenverbund „Sehen und Verstehen“ an der Universität Regensburg eine Tagung zum Thema „Lineamenta vs. Portraicture - Architekturdarstellung zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit“. Die Veranstaltung findet ab 9.00 Uhr im Hörsaal H 25 im Vielberth-Gebäude auf dem Campus statt. Hauptverantwortlich für die Organisation ist Prof. Dr. Christoph Wagner vom Institut für Kunstgeschichte der Universität Regensburg.

Die Wahrnehmung von Architektur ist immer vom historischen Kontext abhängig. Dies schließt auch Entwurfsdarstellungen mit ein. Hierzu gehören beispielsweise der Vorrang, den wir heutzutage orthogonalen Plänen (lineamenta) vor der räumlichen Darstellung (portraicture) eines Gebäudes einräumen, oder die Vorstellung, die Entwicklung eines Entwurfes sei ein wissenschaftlich gestaltbarer Prozess, der sich unmittelbar in der Maßstäblichkeit geometrischer Grund- und Aufrisse niederschlage. Diese Einschätzung hat sich parallel zur Herausbildung eines modernen und an Objektivität orientierten Wissenschaftsverständnisses entwickelt. Es ist zu einem richtungsweisenden Modell geworden, gemäß dem der Entwurfsprozess als ein weitgehend bildunabhängiger Vorgang erscheint. Die räumliche Darstellung des Entwurfes gilt demgegenüber in erster Linie als Vereinfachung des wissenschaftlichen Planes und dient somit einer nachgeordneten Kommunikation mit der Öffentlichkeit.



Ziel der Tagung ist es, dieses Modell, das zwischen einer wissenschaftlichen und einer öffentlichen Form von Kommunikation über Architektur unterscheidet, von mehreren Gesichtspunkten aus in den Blick zu nehmen. Neben der Auseinandersetzung mit der Forschungsgeschichte stellen die Beiträge im Rahmen der Tagung die Frage, ob das Modell vor einem historischen, medien-, bild- und wahrnehmungstheoretischen Hintergrund aufrecht zu erhalten ist. Gleichzeitig diskutieren die Vorträge, welche Phänomene hinter der Hierarchisierung der Architekturdarstellung stehen und welche Möglichkeiten der Instrumentalisierung diese im Architekturbetrieb erfahren haben.



Die interessierte Öffentlichkeit ist herzlich zur Veranstaltung eingeladen. Der Eintritt ist frei; eine Anmeldung ist nicht erforderlich.





Das Programm zur Tagung unter:

www.uni-regensburg.de/verwaltung/medien/veranstaltungskalender/lineamenta-vs-portraicture.pdf



Autor: Uni-Regensburg Pressestelle

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