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06.08.2013 Regensburg
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Expertise

Regensburger Chirurgie setzt Operationsstandards


Die chirurgische Klinik des Universitätsklinikums Regensburg (UKR) wurde in ein internationales Gremium berufen, das minimal-invasive Operationstechniken bei Mastdarmkrebs weltweit als Standard etabliert. Die am UKR seit 15 Jahren angewandten Methoden sind hierfür Vorbild.

Darmkrebs ist nach Lungenkrebs die zweithäufigste Krebstodesursache in Deutschland. Speziell der Mastdarmkrebs (Rektumkarzinom) kann heute aber gut behandelt werden. Wesentlicher Teil der Therapie ist die operative Entfernung des Tumors, die am Universitätsklinikum Regensburg in den meisten Fällen minimal-invasiv durchgeführt wird.



Dabei ist die so genannte „Schlüsselloch-Chirurgie“ bislang keineswegs allgemeiner chirurgischer Standard, sondern wird nur in spezialisierten Zentren angewandt. Die Entwicklung dieser Operationstechnik in der Therapie des Mastdarmkrebses wurde vom Universitätsklinikum Regensburg maßgeblich vorangetrieben. Bereits 1998 begannen die Chirurgen des UKR, mittels Bauchspiegelung Tumore des Mastdarmes zu entfernen, und entwickelten diese Methode in den letzten 15 Jahren weiter. „Inzwischen haben wir nahezu 600 Patienten mit Mastdarmkrebs erfolgreich minimal-invasiv operiert. Die Ergebnisse sind sehr positiv“, resümiert Professor Dr. Hans Jürgen Schlitt, Direktor der Klinik und Poliklinik für Chirurgie des UKR. Die Vorteile der minimal-invasiven Operation sind offensichtlich. „Kleinere Schnitte führen zu kleineren Wunden. Die Patienten haben dadurch weniger Schmerzen und erholen sich meist auch schneller von der Operation“, so Professor Dr. Ayman Agha, stellvertretender Direktor der Klinik und Poliklinik für Chirurgie des UKR. Die bislang publizierten Daten bestätigen, dass bei Patienten nach minimal-invasiven Operationen keine schlechteren Rezidiv- oder Überlebensraten auftreten als bei Patienten mit herkömmlicher offener Operation.



Durch die Innovationen, die von Professor Dr. Hans Jürgen Schlitt und seinem Team ausgingen, entwickelte sich die Klinik und Poliklinik für Chirurgie des UKR zu einem der größten Zentren mit ausgewiesener Expertise in der minimal-invasiven Operation von Mastdarmtumoren. Aufgrund dieser langjährigen Erfahrung wurde die Klinik mit Professor Agha nun als einziger Vertreter Deutschlands in ein internationales Gremium für die minimal-invasive Chirurgie berufen. Die erste Zusammenkunft, das "International Consensus Meeting", fand vor kurzem in England statt, dem Geburtsort der chirurgischen Therapie bei Mastdarmkrebs in der offenen Technik.



Weltweit 20 Experten haben es sich zum Ziel gemacht, die operativen Schritte der minimal-invasiven Chirurgie beim Mastdarmkrebs zu standardisieren. Dabei müssen technische Fragestellungen, tumorbedingte Kriterien und die Einhaltung der onkologischen Qualität berücksichtigt werden. „Die größte Herausforderung ist, einheitliche Standards zu entwickeln und auf internationaler Ebene umzusetzen. Aber die Anstrengungen lohnen sich, denn so profitieren alle Zentren weltweit von den neuesten Operationsmethoden. Und das kommt zahlreichen Patienten zugute“, so Professor Agha. Die Ergebnisse des Expertengremiums werden im Herbst in einer Publikation veröffentlicht.



Autor: Uniklinik Regensburg Pressestelle

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